Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 258
DOI Heft: 10.11588/diglit.29169.33
DOI Artikel: 10.11588/diglit.29169.34
DOI Seite: 10.11588/diglit.29169#0284
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1876/0284
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
0.5
1 cm
facsimile
258

BESITZSTAND ATHENS

nos in dem Friedenstractat mit Philipp für frei erklärt und
diese Insel sowohl wie auch Delos erst nach dem dritten ma-
kedonischen Kriege den Athenern eingeräumt worden seien1 * * * *.
Yon Delos wird später die Rede sein ; was Lemnos anlangt, so
ist neuerdings von verschiedenen Seiten her darauf hinge-
wiesen worden, dass in der besten Handschrift der dritten
Dekade des Livius statt dieser Insel Paros unter den Geschen-
ken der Römer genannt sei. Jedoch fehlte es hisher an jeder
Bestätigung dafür, dass Paros im Besitze der Athener gewe-
sen sei. Diesem Mangel lässt sich jetzt abhelfen.

In der dankenswerthen Sammlung der auf Paros zerstreu-
ten Inschriften, welche Herr Olympios im 5 ten Bande des
Äövpsuov veröffentlicht hat, frndet sich auf S. 9 folgende De-
dicationsinschrift:

Ö Szpo; 6 Äö'/ivaiwv Ae'jyaov KatKsXtov
KotvTOo MsxeXXov OTpaTrjyov u:raTOv
Ptogat'cov ÄtoXXcovi
TcpovoTiösvTOi; T‘Z; ÖTCtOÄSuvi; vtat Tvj;

5 ävaösGSco; tou eTTtpsX'/iTOu OpoTtpou
toü Acootöeou ey MuptvoÜTTr,;,

Demnach hatte das athenische Volk dem L. Gaecilius Q. f.
Metellus auf Paros eine Bildsäule errichtet. Darin liegt noch
kein zwingender Beweis dafür, dass die Insel damals den
Athenern gehört habe; wohl aber liegt ein solcher in den letz-
ten Zeilen der Inschrift, in denen der mit der Besorgung der
Statue beauftragte Athener Protimos als Epimelet eingeführt

1 Polyb. XVIII 44 [27] 4 XXX 21 [18] Hultsch, vgl. Nissen, Kritische Unter-

suchungen über die Quellen der 4. und 5. Dekade des Livius S. 145 f. In dem
Auszuge aus dem Frieclensvertrage ist die Stadt Myrina genannt, worunter man
bisweilen die gleichnamige Stadt an der kleinasiatischen Küste verstanden hat

(vgl. Mommsen Roem. Gesch. I6 s. 696;. Schon Livius XXXIII 30 3 scheint die-

ser Ansicht gewesen zu sein, vgl. Weissenborn z. d. St. Dass Mvrina auf Lem-
nos gemeint sei, lehrt die Vergleichung von Polyb. XVIII 48 1 (Liv. XXXIII 35

2), wo an der Stelle von Myrina die zweite Stadt auf Lemnos Ilephaestia genannt

ist.
loading ...