Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 278
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ZUR PERIEGESE DER AKROPOLIS

sie eine ausserlialb des Hauptweges gelegene Nebenthür
wat% mögliclierweise bestimmt den Bezirk der Athena Nike
mit dem eigentlichen Burgplateau zu verbinden. Immerhin
schnitt die Fortsetzung dcr Thürwand jenen Hauptweg im
rechten Winkel; wie aber der ganze Thorbau etwa einge-
richtet war, darüber enthalte ich mich aller Vermuthungen 2.

Znr Bestätiwuno- der an"enommenen Richtuno' des alten

O O O O

W eges führe ich nocli zwei Umstände an. Einmal, dass grade
an der ersten Biegung des Weges, an der Stelle des späteren
Agrippamonuments, die Felsentreppe von der Klepsydra und
der Nordstadt heraufkam und sich mit dem südlichen Haupt-
wege vereinigte. 1 cli habe sie auf dem Kärtchen nur durch
eine Inschrift hezeichnet, da mir die Mittel fehlen ihre Laffe
wirklich s;enau einzutragen. Die zweite Bemerkuno; betrifft
das obere Ende des Weges. Noch heutzutage lässt es sich
deutlich verfolgen, dass der grosse gebahnte Weg von den
Propyläen zum Parthenon nicht eigentlich an dem östlichen
Ausgange der Propyläenanhebt, sondern in seiner Breite sich
etwas weiter gegen Norden erstreckt. Ferner liegen die bereits
auf meinem oben genannten Plane verzeichneten Spuren eines
in den Felsen gehauenen Weges, welcher die Propyläen di-

tSchicht 12) und der Maucr ist eine Spalte bemerkbar, so dass er in diese gar
nicht eingebunden zu sein schcünt. Der Vorbau unter dem Treppchen springt
ungefähr 1 M. vor, die weiter links darüber liegenden Porosscbichten nur noch
etwa 0.20 M., der Block g gar nicht mehr. Der Unterbau des Propvläenflügels
oberhalb dieser rauhen Porosquadern ist von Marmor; die stelicn gelassenen
Buckeln oder Knöpfe (engl. knobs odcr handle blocks, franz. hosses)
und die Werkschicht an den Quadern der Ante bei J zeigen, dass auch dies
Stück der Propvläen nicht seine letztc Voliendung erhalten hat. Die eingezeich-
nete, von Pittakis aus Marmorstufen ungleicher Höhe und Tiefe erriclitete mo-
derne Treppe und die durch eine verlorene Linie angedeutete Treppenlinie,
welclie Ross und seinc Mitarbeiter annahmen, können reclit deutlich zeigen
dass eine solclie Treppe zu der Bearbeitung der Mauer nicht passt und daher
im Plane des Mnesikles nicht gelegen haben kann. Ueber die Blöcke h h s.
unten.

2 Vgl. Bcetticher im Philologus XXI, 57 ff., der aber wegen des piyapov und
der x£t/rj iiepiTiecfXeuajxeva xop [ bei Herod. 5, 77 im Irrthum ist, s. unten Ab-
schnitt X. Auch im Abschnitt II wird ein vielleicht hierher gehoeriger Rest (K
auf unserem Plane) zur Sprache kommen.
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