Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 280
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ZUR PERIEGESE DER AKROPOLIS

Tlioil im Anschluss an Beule (I, 2G2 f. No. 3 und 4), cinen
Zweifel ausgesprochen, ob die Terrasse der Atiiena Nike von
jclier die jetzige Gestalt gehaht liahe, wo zwischen dem Nord-
rande dcs Tcmpels und demjenigen der Terrasse ein schmaler
spitzwinkliger beengter llaum sich unmittelbar über dem Ah-
grunde hinzieht, um so unbegreiflicher, da man das Tem-
pelchen nur ein wenig weiter gegen Süden hätte anlegen
dürfen, um jenen Uebelstand zu vermeiden. (Dahei ist es
gleichgiltig, ob der noch vorhandene Tempei älter ist als die
Anlage der Propyläen — was mir wegen seiner Architektur
nocli immer wahrscheinlich ist — oder oh er nur die Steile
eines älteren Tempels einnimmt.) Ich hahe damals darauf
hingewiesen, dass genau unter der Nordwestecke des Tempels
(bei D) die heiden untersten Eckquadern (Schichte 16 und 17
von oben), welche nur rauli behauen sind, niclit den Winkel
der darüber befindlichen geglätteten Porosmauer von 108 4/2
Grad bilden, sondern gegen Norden etwas über die Ecke vor-
springen und dann im rechten Winkel endigen, so dass also
ihre Nordseite schräg gegen die Nordseite der Nikebastion
verläuft, während ihre Westseite die Westseite des ^upyo;
noch ein wenig weiter fortsetzt (s. Taf. XV Fig. 2 die Nehen-
zeichnung und den Aufriss selbst bei h). Oh hierin ein Ilest
ciner älteren, gegen Norden hin breiteren Gestalt der Bastion
vorliege und oh wir demnach die ganze jetzige Nordseite der
letzteren erst einer nachträglichen Verkleinerung derselben
zuzuschreiben liaben, das hat ich damals die Architekten fest-
zustellen.

Meines Wissens hat sich nur Bötticher darüber ausgelas-
sen (Pliilol. XXI, 60 f.), welcher seinerseits die entgegenge-
setzte Ansicht aufstellt, dass nämlich auch die Nordseite des
Niketempels einst scliarf längs des nördlichen llandes des
Unterbaues hingegangen sei und also bei Anlage der Pro-
pyläen vielmehr eine Erweiterung des letzteren als eine
Kürzung stattgefunden hahe. Der Beweis oh liier vorgebaut
oder coupiert sci, so behauptet Bötticher, würde sich nur aus
der Abwinkelung der Stossfugen aller Stereobatplinthen ge-
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