Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 282
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ZUR PERIEGESE UER AKROPOLIS

welcher der Niketempel steht, einst viel weiter gegen Norden
sich erstreckte und mit ihrer steilen Westseite dem gefähr-

. O

deten Burgaufgang den allersichersten Schutz gewährte 5.
Man kann sich diese ahschliessende Mauer mit der Terrasse
dahinter, wie es auf dem Kärtchen Fig. 1 durch die dreifache
Linie angedeutet ist, gradezu bis zu dem Punkte F verlän-
gert denken, so dass der Weg bei E durch einen Thorweg ge-
fülirt und sicli dann in einem allmählich an Höhe ahneli-
menden Einschnitte emporgezogen hätte, von zwei steilen
Plateaumauern eingefasst und von deren Höhe aus vollständig
heherrscht (vgl. Herod. 8, 52 zpo'jtövrojv twv ßapß’apwv 7rpö; t«;
7TÖ^a<; ö^otTpö^o’j; äTrtsTavh Oder man kann die Bastion in der
angegehenen Flucht (D — E) nur his zu der Biegung des
W eges reichen lassen, während jenseits des Weges der Ab-
schluss etwa von F nacli H sicli erstreckt hätte, wo eine (um
das Jahr 1859 durch eine moderne Mauer ersetzte) stufenför-
mig, aber in niclit ganz parallelen Lagen zurücktretende äl-
tere Untermauerung sich hefand ( aline of masonry of an ear-
lier character », nämlich alsdie darauf stehende Westwand der
Pinakothek, nacii Willson a. a. 0., vs;l. Bursian n. rhein.
Mus. X, 495 Anm.).

Die Spnren dieser Mauer lassen sich bei H sogar noch ein
wenig südlich von dem Marmorpfeiler, welcher von den Stu-
fen des nördlichen Propyläenflügels gegen Westen vor-
springt 6, verfolgen, etwa bis zu dem Punkte, wo der alte

5 Bei dieser Anlage der westlichcn Burgmauer würde der Niketempel schon
in den Bezirk der eigentliclien Akropolis gehoeren, was icli wegen Philol. XXI,
45 fP. 62 hervorhebe.

6 Ross und seiner arcliitektonischen Berather Vermuthung (Nike Apteros S.
7), dass aut diescm vorspringenden, mit einer Ante endigenden Mauerstück,
sowie auf dessen Gegenstück am Südflügel (J) die e’-/.övE; tüv itt^wv . . . i;
eiiTpiTEtav TesjTotripivai (Paus. 1,22, 4) gestanden haben dürflen, ist sehr wahr-
scheinlich. Aucli A. Scliöll (allg. Bauzeitung 1841 S. 99), Beule I, 226 und Bur-
sian (n. rhein. Mus. X, 508) billigen sie, letzterer unter Hinzufügung der vcel-
lig in der Luft schwebcnden Vermuthung, es moechten das die Originale der
Kolosse von Monte Cavallo gewesen sein. Scboell erwsehnt dass K. 0. Müller
auf jenem Mauerpfeiler die Befestigungsspuren einer Deckplatte bemerkt hat,
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