Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 284
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ZUR PERIEÜESE DER AKROPOLIS

sprung, welcher es gestattete die vom Schilde ungedeckte
Seite des andringenden Feindes von oben her zu bedrohen.
Als dann später Mnesikles seinen Bau anlegte, bedurfte es
liier im Norden des Weges nur geringer Aenderungen, um
den Nordflügel des neuen Baues, wiederum auf die Felsecke
F gestützt, riclitig zu orientieren, während für den südlichen
Flügel die Existenz des Nikeheiligthums auf seinem ummauer-
ten Felsenkern die Weite des Yorsprunges und die abwei-
chende Orientierung der Westseite nothwendig machte.

Es versteht sicli, dass ich weit entfernt bin der vorgetra-
genen Vermuthung mehr als den Charakter einer blossen
Möglichkeit beizulegen. Es würde wolil zunächst darauf an-
kommen den Felsboden auf der angegebenen Strecke, so weit
er niclit von den Platten der späteren Marmortreppe verdeckt
ist, auf etwa vorhandene Spuren der Westmauer zu unter-
suchen. Sollte meine Vermuthung sicli bestätmen, so ist es
Avohl kaum zweifelhaft, dass diese ganze Befestigung sclion
der vorpersischen Zeit angehört. Da sie scliwer zerstörbar
war, lag kein Grund zu einer durchgreifenden Erneuerung
nach dem Abziu? der Perser vor, wovon wir daher auch
nichts vernehmen 7; erst Mnesikles hat den Festungseingang
in ein Festthor umo-ewandelt.

O

II. Die Statue und der Altar der Athena Hygieia.

Die Basis der Athena Hygieia mit ihrer nächsten Umge-
buno- bietet so viel Ementhümliches, dass sie seit ilirer ersten
Auffindung im Jahre 1839 immer besonderes Interesse er-
regt hat. Ross (Ivimstbl. 1840 No. 37 f. = arch. Aufs. I, 185
ff.) besprach sie zuerst und gab eine freilich niclit ganz ge-
naue Skizze (S. 189). Bei dem Wunsche diese durch einen

1 Dass die Nikebastion im Wesentlielien vorkimoniscli sei, liat Kekule a. a. 0.
mit Recht bemerkt. Im Uebrigen vgl. W. Vischer Erinnerungen u. Eindr. S. 121.
Wachsmuth I, 539.
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