Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 287
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ZUR PERIEGESE DER AKROPOLIS 287

866), beide ebenfalls etwas über 2 Meter hocli. Die Stellung
der Füsse und die völlig sichere Erliebung des freilicli
nirgend erhaltenen linken Arms stimmen mit den Spuren
auf der athenischen Basis überein. Die
Aesris, deren bedeutende Grösse an die
ältere Zeit gemahnt, ist von der rech-
ten Schulter aus quer über die Brust und
gegen die linke Hüfte hin umgethan. Passt
schon dies Motiv sehr gut zu einer friedli-
chen Athena, so hat vollends die unge-
wöhnliche Umschnürung der Aegis mit
dem Gürtel diese gleichsam in ihrer Lage
gefesselt und ganz ausser Dienst gesetzt.

Der am Standbein geöffnete Dorische
Chiton lässt wenigstens in dem Kasseler
Exemplar — in dem Dresdener ist, nach
der Abbildung zu urtheilen, dieseEigen-
thümlichkeit melir verwischt — deutlicb
die Nachahmung eines Bronzeoriginals
erkennen. Darauf führen namentlich die
äusserst dünnen Kanten des Ueberschla-
ges, dienichtweich und rundlich sondern
mehr mit scharfen Ecken und dazwischen liemmden Flächen

O

nach Art gebogenen Bleches gebildeten Steiifalten, endlich die
leisenBewegungen in derOberfläche jenerplatterenStreifen (vgl.
Yölkel in Welckers Zeitschrift I, 158). Weiter liebe ich her-
vor, dass nach einer Bemerkung Böttigers (Amalthea Jl, 206
ff.) die Statue, um sich am besten auszunehmen, so gesehen
sein will, dass die Spitze des rechten Fusses dem Beschauer
zugekehrt ist (vgl. den Holzschnitt), während die Ansicht
von der linken Seite der Statue her sie etwas plump und unge-
fällig in den Linien erscheinen lässt. Dem entspricht aucli
die Haltung des bloss in der Dresdener Statue No. 95 erhalte-
nen ursprünglichen Kopfes, welcher der Richtung des rechten
Fusses folgt. Hierzu passt es nun ganz vortrefftich, dass, wie
ich bereits früher bemerkt habe (rhein. Mus. a. a. 0.), die
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