Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 289
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ZUIl PERIEGESE DER AKROPOLIS

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Dresdener Statuen auf Pyrros Atliena Ilygieia zurückgehen
und demo-emäss zu ergänzen sein möcliten 4 5.

Die Basis der Athena Ilygieia ist eine der wenigen auf der
Akropolis, welche an ihrem oheren und unteren Ende einen
wenn auch einfachen ornamentalen Abschluss hat, ein Kyma-
tion mit Plinthos, unten ausserdem eineStufe (Lebas voy. arch.,
inscr. Taf. 8. Hirschfeld tit. statuar. Taf. 5, 18). Oh diese ar-
chitektonische Gliederung durch den Zusammenhang mit den
Propyläen veranlasst worden ist, oder oh, wie man wohl an-
genommen hat, ähnliche Ahschlüsse den vielen erhaltenen
Marmorquadern, welche zu Statuenbasen gehören 3, einst
in besonderen Platten hinzueefüet waren und nur im Laufe

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der Zeiten ahhanden erekommen sind, will ich liier niclit un-
tersuchen. So viel ist sicher, dass jedenfalls manche jener Ba-
sen oben keinen künstlerischen Abschluss liatten, sondern
dass der viereckigeBlockgenügte. Dies ist z. B. der Fall bei der
vielbesprochenen Basis (lang 0.70, tief 0.75, hocli 0.46 M.),
welche die von Kresilas gefertigte Weihegahe (ot7rapp) des Iler-
molykos trug (C. I. Att. I, 402); denn die Oberfläche des
einfachen Marmorblockes selbst ist für die Aufnahme des
Kunstwerkes hergerichtet durch ein kleineres tiefes, an-
scheinend zum Einlassen des hauptsächlichen Bronzezapfens
bestimmtes Loch und eine grössere, flache, minder scharf um-
rissene Vertiefung (Taf. XVI Fig. 5). Dass diese so unregel-
mässig gestalteten und angebrachten Löcher niclit etwa he-
stimmt waren zur Befestigung einer Deckplatte zu dienen, ist

4 Der Fussstellung und Haltung des linken Arms nach liesse sich auchanden
Tvpus der farnesischen Atbena denken (Clarac 458. 851 A ; vgl. Albani ebda
901. Ilope 459, 850 [Denkm. a. K. II, 19, 202]. Paris 320, 852. DemidotF 470.
895). Allein die Charakterisierung passt weniger für eine Hygieia, das Mantel-
motiv ist wohl kaum so früh, auch sind nicht so deutliche Hinweise auf ein
Bronzeoriginal vorhanden.

5 Es berührt eigenthümlich aucli schon bei Pausanias solchen ihrer Statuen
beraubten Inschriftbasen zu begegnen, aus denen wir lieutzutage eiu gutes
Stück Kunstgeschichte wiedergewinnen müssen. 8, 30, 5 dvSpia? (j.ev oloa'iz
egtc, 87iXot oe tjv vd ßotOpcc lcp öv dvSptavTE; 7:ote iaTjpEoxv. eXeyeIov 6t in\ EVOJ
YSYpap.pivov tcöv ßdOpwv /.t.X. Vgl. 8, 38, 5. 49, 1.

MITTII. D. AUCII. IiSST. I.

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