Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 297
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ZUI\ PERIEGESE DER AKROPOLIS

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ter einander zu verklammern zeigt sicli an der fünfblöckigen
Basis des Pandätes und Pasikles 9 * II mit den Statuen des
Stliennis und Leochares (Jahn clescr. S. 46 No. 25. Overbeck
Schriftq. 1314); hier hat jedoch je eine Klammer genügt, nur
die beiden Endblöcke haben natürlich an der Aussenseite
keine Klammern gehabt. Da übrigens bloss der dritte und der
fünfte Block anderweitige Löcher auf der Oberfläche aufwei-
sen, während doch fünf Statuen durch die Inschriften bezeugt
sind, so muss es sicli entweder um Marmorstatuen handeln.,
oder es lag vielmehr auf dem Ganzen noch ein Deckplintlios,
in welchen die Bronzestatuen eingezapft waren (vgl. Lebas
voy. arch., inscr. Taf. 8), und jene Löclier mögen von den

9 Der Stammbaum der Familie sclieint fulgender gewesen zu sein :
(üpoaraXxiot) (XoXXstSat) (IIoxa[i.iot) (?)

’AX/tßtao7];

i

[2.] üavSatxri; - 1. Auat7:r:ri Moptov

^-----— -' I

5. Ttjioaxpaxr) -— 4. IIaatx.XTi;

üavSatxri; 3. Müptov 6. 5Aptaxo[i.a/r)— ’E^ex.Xr,;

i

II a a t x. X rj;

Die gesperrt gedruckten Namen bezcichnen die Stifter, die Zalilen die Reihen-
folge der Statuen, wobei angenommen ist dass der ohne Inschrift gelassene
zweite Platz dem Pandätes als Gatten Lysippes bestimmt war. Pasikles und Ti-
mostrate, die Eltern des ersten Stifters Pandätes, standen also inmitten ilirer
(bereits verstorbenen) Kindcr Mvronund Aristomache, von denen jener der Va-
ter des an zweiter Stelle genannten Mitstifters Pasikles war. Dies ist wahr-
scheinlieher als wenn man die dritte Statue etwa auf Pandätes Grossvater My-
ron beziehen wollte. Denn sieht man dann den mit 4 bezeicbneten Pasikles zu-
gleich als den Mitstifter an, so würde er schicklicher vor seinem Solinc Pandä-
tes genannt sein; erblickt man aber in dem Mitstiftcr Pasikles, wie oben an-
genommen ist, den Nefi’en des Pandätes, so würde das Fehlen seincs Vaters
Myron unter den Statuen auffallen, da bei dessen Lebzeiten doch schwerlich
derSohn mit dem Onkel, sondern er selbst mit dem Bruder das Familiendenk-
mal gesetzt liaben würde. — Zur Recbten von der Hauptgruppe hatte Pandätes
Grossmutter von mütterlicher Seite Lvsippe Platz gefunden, neben welcher der
leere Platz, wiegesagt, vermuthlich für ihren Gatten Pandätes d. Aclt. bestimmt
war. — Leochares hat also die Hauptpersonen, das Elternpaar der Hauptgruppe
gearbeitet, Slhennis die Grossmutter Lvsippe und den Sohn Mvron ; ob aucli die
Tochter Aristomache, ist nicht mehr auszumachcn.
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