Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 300
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ZUR PERIEGESE DER AKROPOLIS

III. Die kimonische Mauer.

Die mächtige Südmauer der Burg, welclie von den Al-
ten als die kimonisclie bezeichnet wird, ist bekanntlich eine
Futtermauer, bestimmt den bedeutenden Auffüllungen Halt
zu verleihen, welelie den rasch abfallenden Felsboden der
südöstlichen Burgfläclie bedecken L Der lebendige Fels tritt
in den Bezirken der brauronischen Artemis und der Athena
Ergane nocli grossentheils bis nahe an die Südmauer zu Tage,
so dass es hier, wie an der Nordseite der Burg, mehr einer
Ummaueruno; des oberen Felsrandes und, namentlich im Er-
^anebezirk, einer Ausfülluno; der im Felsen vorhandenen Lü-
cken und Spalten, als einer zusammenhängenden Auffüllung
und einer Stützmauer bedurfte. Weiter gegen Osten hebt sicli
der Felsen und wird auf einer grossen Strecke der westlichen
und in der kleineren Hälfte der nördlichen Seite des Partlie-
non in geringer Tiefe unter der ehemalioen Bodenhöhe sicht-
bar, bis er bei der achten Nordsäule des Tempels (von Westen
gerechnet) in der Hölie des beginnenden Stufenbaues anstelit
und nun in ziemlich erader Richtune horizontal bis nahe an

O O

den Ostrand der Burg reicht, zum Theil noch etwas weiter
gegen Süden sich erstreckend (Parthenon Taf. 1, 3. 2, 6).
Somit wird der Bereich des dem Boden der Akropolis durch
liöhere oder niedrigere Auffüllungen zugewachsenen Terrains
durcli eine Linie bezeichnet, welche ungefähr von der Süd-
ostecke des Erganetemenos gegen die Westseite des Parthenon
und bis zur genannten achten nördlichen Säule, sodann in

1 Vgl. die analogen Verliältnisse heim Kapitol nacli Dionysios Scliilderung (3,
69) : xov jjlsv oüv X090V, Icp’ ou to tepov ^psXXsv tSposaöat, r.oXXtj; o£op.£vov Trpay-
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vsa0at jsapsaxsuaas xa't ::pd; uroboyji'J tsptöv i-txr]5std"aT0V. Auch die Aufscllüt-
tungen selbst mit Einschluss der Eiufassungsmauern heissen dvaXrJp.jj.aTa, s. Diod*
20,36.
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