Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 314
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DIE AUSGRABUNGEN IN MYKENE

ben ein terminus a quo in keiner Weise gegeben ist. Denn
wenn sie aucli nach der bisherigen Classification einer, und
zwar der aeltesten uns bekannten Gruppe angehören, lassen
sich doch innerhalb derselben, seitdem die Untersuchungen
von Conze, Hirschfeld und Helbig den Blick dafür geschärft
haben, mehrere Stadien der Entwickelung vom sporadischen
regellosen Ornament bis zum strengen geometrischen System
und zur Ausbildung der menschlichen Gestalt wahrnehmen.
Diese Uebergänge sind sämmtlich vertreten. Eine Sonderung
nach Schichten, entsprechend der Tiefe des Fundortes lässt
siclp einige Beispiele wie das obige abgerechnet niclit vor-
nehmen, dagegen dürfte sich vielleicht meine Wahrnehmung
bestätigen, dass die Funde innerhalb des erwähnten Gebäu-
des und des Zugangs zum Schatzhause hier und da einen
relativ höheren Grad der Durchbildung erreichen, als diejeni-
gen, welche aus der Füllung der Gräber hervorgegangen
sind. Die wenigen Thongefässe, welche sich auf dem Grunde
derselben, neben den Bestatteten, vorfanden, entbehren sogar,
— irre ich nicht, oline Ausnahme — jedes ornamentalen
Schmuckes.

Die meisten der rohfarbenen, oft nur mit der Hand gear-
beiteten Thongeschirre selien der Form nacli den in Troia und
Cypern gefundenen ähnlich. Wir fmden bei dickbauchigen
Gefässen die Dreifussform, den bügelartigen Henkel in der
Mitte durch eine Stütze doppelt getheilt, und das lange Aus-
gussrohr. Die Giessgeräthe haben den emporgerichteten
Schnabel und ausgeschweiften Griff.

Die Hauptmasse ist durch einfache Linearornamente in
rothbrauner Farbe bezeichnet. Mehr oder minder systematisch
verwandt erscheinen die Elemente der geometrischen Decora-
tion : Zickzacklinien und concentrisclie Kreise, oft sich schnei-
dend oder tangentenartig berührend, Räder und Hakenkreuze,
Schachbrett- und Rautenfelder, Schuppen und Grätenorna-
mente, wie sie allgemein bekannt sind. Dochfinden sich auch
weniger verbreitete, vielleicht mehr lokale Besonderheiten:
Pflanzenformen in freier Wiedergabe, aber noch nicht asia-
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