Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 321
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DIE AUSGRABUNGEN IN MYKENE

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aber so massenhaft auf dem Grunde der Gräber, in Gefässen
und in den yerschiedenen Tiefen des ganzen Ausgrabungster-
rains, dass ihre Yerwendung eine weit ausgedehntere gewesen
sein muss. Meist sind es geradezu Doppelknöpfe mit engem
Zwischenraum; ihr Durchmesser schwankt zwischen 2 und
4 Gentimeter. Die Vergoldung mit umgeränderten Plättchen
ist nur einseitig. Diese Knöpfe sind nebst den gleich zu er-
wähnenden runden Goldplatten ihrer Ornamentik halber von
grosser Wichtigkeit; sie bilden gewissermassen das Binde-
glied zwischen den verschiedenen Gattun«ren der Funde. Die
sauber eingravirten Yerzierungen nämlich, (bisweilen fmden
sie sich aucli auf dem blossen Ivnochen vor,) zeigen nicht
nur im allgemeinen Spiral- und Schlangenlinien, sondern
zum grossen Theil genau die auf den oben genannten Iieliefs
vertretenen. Die bandartigen Windungen, welche die an vier-
ter Stelle beschriebene Stele schmücken, schliessen hier im
Kreise zusammen, während die untere Hälfte des dritten Ite-
liefs von wirklichen Kreisen eingenommen ist, deren Innen-
zeichnung völlig entsprechend auf der Mehrzahl dieser Gold-
ornamente wiederkehrt. Eine andere Figur, dem Hakenkreuz
ähnlich, dessen 4 Schenkel aber in Spiralen auslaufen, kommt
auch auf einer der Vasenscherben vcr.

Ihrer Bestimmung nach unsicher sind aucli die zahlreichen
Runde und Sterne aus Gold, von verschiedener Stärke, welche
zum Theil auf den Todten gefunden sind. Die meist ziemlich
steifen kreisrunden Goldplatten von 5 bis 8 Centimeter Durcli-
messer, ca. 700 an Zahl, tragen sämmtlich eingepresste Or-
namente, z. Th. eben die erwähnten der Knöpfe und Reliefs;
daneben sind aber auch zwei Thiergattungen vertreten : ein
Schmetterling in sehr volikommener Bildung, dessen aus-
gebreitete gezackte Flügel den Raum vortrefflich ausfüllen,
und der Körper eines Käfers, oder besser der Sepia, wie sie
auch auf Scarabaeen vorkommt. Die langen und zahlreichen
Fühlfäden enden in Spiralen und füllen wieder die übrige
Fläche aus.

Die sogen. Sterne werden aus vier Blättern dünnsten Gol-

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MITTH. 1). AllCH. 1NST. I.
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