Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 322
DOI Heft: 10.11588/diglit.29169.33
DOI Artikel: 10.11588/diglit.29169.38
DOI Seite: 10.11588/diglit.29169#0348
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1876/0348
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
0.5
1 cm
facsimile
322

DIE AUSGRABUNGEN IN MYKENE

des, denen des Lorbeer ähnlich, gehildet. Ira Kreuzungs-
punkt hält sie ein Stift aus Bronze zusammen. Die Verzierun-
gen sind entweder den vorigen analog oder entspreclien de-
nen der Tänien und gürtelartigen Brusthinden. Diese heiden
letzteren Gattungen von Schmuckgegenständen sind nach
Form und Ornamentik nicht zu trennen und lassen sich nur
durch ihre Grösse unterscheiden, ohgleich selbst die an den
Schädeln gefundenen Tänien (an einer haftet noch ein Stück der
Hirnschale) für den Zweck eines Kopfschmuckes z. Th. viel
zu lang erscheinen (his zu 70 Centimeter und mehr). Gold-
händer als Kopfschmuck der Todten mit linearen und thieri-
schen Ornamenten fanden sich auch in den alten Gräbern am
Dipylon, deren Inhalt Hirschfeld Ann. dell’ lnst. 1872^ p.
154 ff. hekannt gemacht hat. Es sind Streifen von meist
ziemlich starkem Goldblech, die nach der Mitte um das Drei-
und Vierfache hreiter werden. DieBänder fmden sich meistum
einen dünnen Bronzedraht gehogen. Die getriehenen Verzie-
rungen hestehen fast ausschliesslich aus Buckeln, die nach
den Enden kleiner werden und von Ivreisen umgehen sind.
Die Zwischenräume werden wieder durcli kreis- oder rosetten-
artig geordnete Erhöhungen ausgefüllt. Sehr häufig fmdet sich
zwischen concentrischen Kreisen, ebenfalls getriehen, das so-
gen. Fischblasenornament, welches auch anderweitig, z. B.
auf Gefässen, wiederkehrt. Einige dieser Platten liaben eine
Randverzierung, die der ornamentalen Einfassung unseres an
erster Stelle erwähnten Reliefsteines ganz ähnlich sieht. Das
grösste und reicliste Stück, sicher ein Gürtelschmuck ist am
ganzen unteren Rande noch mit einem merkwürdigen Flitter-
staate aus ähnlich verzierten franzenartigen Goldlappen ver-
sehen, die z. Theil.üher einander liegen und je zu vieren aus-
einandergefaltet ein Kreuz hilden.

An dieser Stelle kann ich nicht unterlassen darauf hinzuwei-
sen, dass vereinzelte Oxydflecken an diesen und anderen
Goldgegenständen nachweislich durcli Berührung mit Bronze
entstanden sind, während die Qualität des Goldes von com-
loading ...