Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 323
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DIE AUSGRABUNGEN IN MYKENE

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pelenter Seite als vortrefflich bezeichnet wird l. Unverkenn-
bar ist aber in zahlreichen Fällen die Einwirkung des
Feuers, wozu sicli noch andere Indicien, bedeutende Ilestevon
Asche und Kohlen, sowie Nägel aus Bronze, vielleicht von
hölzernen Sarkophagen gesellen, die darauf füliren, dass die
Ivörper wenigstens zweier Gräber, etwa nacli längerer Schau-
stelluns- in vollem Goldschmuck, zuerst dem Feuer aussesetzt
und dann bestattet wurden.

Was die Bildungen von Menschen und Thieren angeht, so
gehören diese, die oben erwähnten Fälle ahgerechnet, meist
selhstständigen, his 8 Centimeter langen Schmucksachen an,
die gleichfalls mit dem Bunzen getrieben sind, aher keinen
Relief'srund mehr haben. Es sind meist die fremdartisen
Thierfiguren, Greife, ein Hippokamp, dieSpfiinx, Löwen oder
Panther. Aucli die erwähnten Schmetterlinge und Sepien
kehren wieder. Kfeine Löclier, hisweilen mehrere in demsel-
ben Stück deuten den Zweck der Befestigung oder Aneinan-
derreihung an. Der Stil ist der hekannte asiatische; um ein
schlagendes Beispiel zu haben vergleiche man den Greifen auf
einer Yase ans Camirus (Musee Napoleon III. Pl. LYIII), wel-
clier einem Goldrelief in Stellung und Bifdung fast genau ent-
spricht.

Mehrere Tliiere sind in gleichen Exemplaren vertreten, so
4-5 Mal zusammengekauerte Löwen, die man fast als Hohl-
figuren bezeichnen kann. Der LÖwe ist überhaupt das bevor-
zugte Thier: auf einem dünnen Goldplättchen würgt er einen
Stier oder Hirsch, auf einem Becher von gleichem Metall fin-
den sich mehrere Ileihen von je 3 laufenden Löwen überein-
ander. (Die Becher mit einem Henkel sind meist der Pyxis
ähnlich oder mit einem Fuss versehen. Ein anderer zeiüd
Delphine im Relief, ein dritter Buckelornamente.) Der Löwe
soll auch vereinzelt auf einer Holzplatte vorkommen; ehenso

1 Herr Prof. Landerer theilte mir freundlichst mit, das nach seiner Analvse
das Gold entweder, und zwar hauptsäclilich, in gediegenem Zustande, daun
aber auch rnit Silber, nicht jedoch mit Knpfer legirt vorkäme.
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