Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 329
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VON DEN GRIECHISCHEN INSELN

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Bundes wurde, nicht dem Inseltribut, sondern dem Ionisclien1
zugetheilt.

Da die höheren Benjzrme immer dem Rande der Südküste

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folgen, wird hei der geringen Breite der Insel die Gliederung
eine selir einfache; gegen Norden sind drei Küstenebenen vor-
geschoben, und ihnen sich anschliessend ebensoviele Hafen-
buchten, hei welchen unter sicli wieder durch riegelartig da-
zwischen gelagerte Bergzüge getrennt drei politische Gemein-
wesenentstanden. Minoaan demfast 1 Stundelangen trefflichge-
sicherten Hafen von Katapulo (Porto Bathy) in der Mitte der
Insel war am hedeutendsten. Arkesine, die westlichste, liatte
man offenbar um ihr ein «rösseres Hinterland zu verschaffen

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etwa 1 2 Stunde östlich von seinem Hafen angelegt; der

letztere von West nach Ost gestreckt und durch die vorgela-
gerte Insel Petalidi geschützt trägt wie die dabei befindliche
Niederlassung den Namen Kolophana, worin man wohl eine
Reminiscenz an die kleinasiatische Colonisiruno' wird fmden

O

dürfen. Zumeist gegen Osten lag Aegiale am innersten Winkel
der geräumigen, ahergegen Westen offenen Bucht von Potamo,
wo ungewiss zu welcher Zeit Milesier sich angesiedelt haben.
Eine solche im Verhältniss zur Grösse der Insel recht beträcht-
liche Bevölkerung setzt dann natürlich auch noch eine ganze
Reihe von Dörfern und kleineren Ansiedelungen voraus, de-
ren Existenz durch die an den verschiedensten Punkten ge-
machten Funde von antiken Grähern und sonstigen Resten
sich erweisen lässt.

Auf der Ruinenstätte von Aegiale ist von der alten Stadt am
wenigsten erhalten gehlieben. Die Säulen und sonstigen Werk-
stücke vom Tempel der Athena Polias sind zum Tlieil ver-
wandt worden für die hei den Magazinen am Ufer befmdli-
chen Kapellen der Panagia, des H. Nikolaos, H. Joannes 2,

1 KirchliofF Tributpfliclitigkeit der attischen Kleruchen S. 22 Anm. 4. In den
Onotenlisten erscheinen die Amorginer seit 85,4 und zwar unter den it<5Aei«
atiiat ©opov Taäjap^vot, welche eine selbständige Gruppe bilden.

2 Von hier stammen die im ’AOnpatov II S. 407 f. von Kumanudis mitgetheil-
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