Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 1.1876

Seite: 335
DOI Heft: 10.11588/diglit.29169.33
DOI Artikel: 10.11588/diglit.29169.39
DOI Seite: 10.11588/diglit.29169#0361
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1876/0361
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
0.5
1 cm
facsimile
VON DEN GRIECHISCHEN INSELN

335

Arkesine’s Ivüstenebene ist nicht bei der Stadt, sondern bei
dem bereits erwähnten Hafen von Kolophana, und südlich
von Kolopbana eine ebenfalls gut bebaute Hocbebene, welcbe
gegen W. der Ivoranosberg abscbliesst. Da diese Gegend völlig
ausser dem Bereicb der Stadt sich befand und daher den auf
den Inseln stets in Aussicbt stehenden Einfällen der Seeräu-
ber blossgestellt war, sab man sicli genöthigt, die dauernd
oder zeitweise dort wohnende Landbevölkerungdurcb Tbürme
zu schützen. Den am besten erhaltenen unter ihnen, den von
Ä. Tpia; (bei ctö Xcopio) auf der Hocbebene liat Ross II 45 be-
schrieben; von der alten Ansiedelung, welcbe dabei lag, ba-
ben sich nocb Spuren erhalten 4. Eine Viertelstunde südiicb
von hier ist gleichfalls mitten in der Ebene das Dorf öoio?
Övoucppto; mit einem Heiligthum des Zeus Temenites 1 2. Den
Weg von Kolophana auf die Hölie zu decken steht ein zwei-
ter aber nur in 3-4 Quaderschichten erhaltener Thurm etwa
10 Minuten westlich vom erstgenannten. Kolophana selbst
enthält dann, sowie man von der Höhe herabkommt, einen
dritten, in der Erhaltung dem vorigen ähnlich und zum
Schutz der Ebene bestimmt; von einem vierten endlicb, der
zum Hafenschutz diente, haben sich bei Troulis, dem auf
der Westseite des Hafens gelegenen Vorgebirge Ruinen erhal-
ten. So lässt sich in diesen Thürmen eine nach einem gewis-
sen System durchgeführte Vertheidigungsanlage erkennen,
die hier ohne Zweifel auf öffentliche Kosten ausseführt ist 3,
während sie anderwärts wie auf Tenos aucli mit Privatbe-
sitzungen verbunden waren.

Sicherheit des Meeres war die erste und wichtigste Bedin-
gung für die Existenz dieser Inselstädte; mit allen Thürmen
und Warten war doch nur ein geringer Grad von Schutz zu
erreichen. Selbst wenn sie wie Amorgos etwas eigene Industrie

1 Grabschrift bei Baumeister Philol. IX 389 n. 3.

2 S. unten Inschr. n. 11.

3 Von einem ähnlichen Wartthurm ist die Rede in einer Iuschrift von Mvlasa :
Voy. Arch. Asie Mineure n. 425.
loading ...