Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

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Bemerkungen
zur Periegese der Akropolis von Athen.
(Hierzu Taf.I.)
V. IIspMv bei Pausanias.
In der Beschreibung der Akropolis kommt zweimal eine
Ortsbestimmung mit 7Tspotv vor^ nämlich 1,24,1 Touvov 7?spxv öv
ctpwx (d. h. der Athena-Marsyas-Gruppe) eniv 7) Ov]-
gx^7) 7rpo{ TÖv Mivcu nxXougsvov und 1,24,8 Ton vxou (des
Parthenon) e?Tt nspxv ÄTroXXmv ^xXzoü; In meiner Wand-

* Der gieiche Ausdruck kelirt t,22, 5 3, 18, H wieder ; ebenda 16 Taöpov
tov Mtvoj. Danach wird 1, 27, 10 TM ksyopt^vcp M'vo Taupcp statt MtvoiTavpM zu
schreiben sein. Vgh das Vasenbiid Mon. deik Inst. VI, 15 mit der Inschrift
[fappo; Mtvc^to;.
^ xal to ayaXpca X^youot <pEtBlav not?)?at. Vgh 7, 27, 2 von der Athena in
Peiiene ^EtStav Elvat Tov Etpyaaja^vov spaoi. 9, 10, 2 von dem 'Epta?^ npBvao$ in
Theben r:ot?ioat BE aÖTov $EtB!as X ^y E Ta ^ Wenn man damit 6, 26, 3 verglicht,
wo es von der Athena in Eiis heisst efvat #EtB!oo tpasiv, während Piinius 35,
54 ohne Weiteres Koiotes a!s Verfertiger angibt, so dürfte die Urheberschaft
aii dieser angebiich phidiassischen Werke recht zweifelhaft sein. Das gieiche
Verhältnis zwischen Pausanias und Piinius wiederhoit sich bei der Göttermutter
und der Nemesis : jener nennt ohne beschränkenden Zusatz Phidias (1,3, 5. 33,
2), dieser Agorakritos (36, 17). Da Pausanias seine Nachrichten wenigstens zu
gutem Theiie aus dem Munde der Lokaiführer, Piinius die seinigen aus den
Werken der Kunstforscher schöpfte, so scheint mir die Wahi nicht schwierig
zu sein ; das Reisehandbuch, weiches einen Rapliaei oder Lionardonennt, muss
hinter der Kunstgeschichte, weiche sich bescheidener mit Giuiio Romano oder
Luini begnügt, zurückstehen. Wenn bei der Nemesis die spätere Tradition so zu
vermittein suchte, dass Phidias die Statue dem Liebiingsscbüier geschenkt habe,
(Lexikogr.), oder wenn der Meister seibst an Aikamenes Hauptwerk, die Aphro-
dite, die ietzte Hand geiegt haben soiite (Piin. 36, 16), so ist das doch nur ein
anekdotenhafter Ausdruck dafür, dass diese Werke xaXXst ctpoBpa xaTMp8op^a
xat ^apnXXa Tof$ <pE^[ou 2pyot$ waren (Strab. 396); etwa wie wenn Thrasy-
medes chryselephantiner Asklepios (Paus. 2, 27, 2) in später Zeit auf Phidias
Namen geschrieben wird (Athenag. leg. 14).

MtTIH. D. ARCII. INST. II.

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