Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

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ZUR PERIEGESE DER AKROPOLIS

gung )) auch heute noch hege; dass dort zu einer <x überzeu-
genden Widerlegung )) nicht der geeignete Platz war, wird
mein hochverehrter Gegner gewis seihst anerkennen.
Stellen wir uns zunächst einmal auf den Standpunkt der
Gegner und nehmen vier Reliefs an, so erklärt sich allerdings
szKOTov ohne alle Schwierigkeit, mag man aus dem
dazu ctvctQyp.K ergänzen, mag man gradezu 7?64spov, gciyzv, sp-
yov, (pQopciv darunter verstehen. Aber was heisst dann o?ov ?e
<Eo worauf geht diese Grössenbestimmung? Nach
Visconti A? /hyarc c/Yt/t dMe caäi/G- das passt nicht zu der
obigen Erklärung von sxKTrov. Schuhart nahm früher (1863.
1866) Marmorplatten an, jede von zwei Ellen im Ge vierte.
Dass Letzteres in den Worten des Pausanias liegen könne,
wäre erst zu beweisen; da aber Schuhart seihst diese Ansicht
mittlerweile aufgegeben hat, unterlasse ich es die schon von
Bursian (griech. Kunst S. 483 Anm. 86) hervorgehobene
sachliche Unwahrscheinlichkeit so geformter Reliefplatten
näher nachzuweisen. Neuerdings (1868) versteht Schubart
K Vierecke von zwei Ellen Höhe und von verschiedener Breite
hei den einzelnen Darstellungen n. Wachsmuth hat sich über
die Art wie er die Worte deutet bisher nicht ausgesprochen,
da er aber von der i grossen attalischen Stiftung )) spricht
(S. 148), so scheint er Schubarts Auffassung zu theilen. (( Sah
der Beschauer)), so sagt dieser weiter, K vier solche Tafeln
von gleicher Höhe, die neben einander eingefügt waren, so
lag es auch für ihn nahe genug dieselben zu messen oder ihre
Höhe zu schätzen. )) Hier beginnt mein Widerspruch. Bei
einer Höhe von ungefähr 2 Ellen oder 0.92 Meter müsten die
Reliefplatten mit ihren Kampfscenen eine sehr bedeutende
Länge gehabt haben; und das scheint ja auch die Meinung
Schubarts und Wachsmuths zu sein A Die Hauptdimension
s Merkwürdig dass von Seiten der Vertheidiger dieser Ansicht das schoene
matteische Friesfragment mit Gigantenkämpfen im Betvedere (Mus. Chiaram.
I, 17. Denkm. att. K. U, 67, 848. Pistolesi Vatic. IV, 94. Stark Gigantomachie
Fig. 1) gar nicht herbeigezogen worden ist. Es hat grade einen Meter Hoehe
und umfasst hei einer Länge von 2.34 M. zwei Kampfscenen.
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