Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

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ZUR PER1EGESE DER AKROPOLIS

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Ttva; er gebraucht zweideutige Wendungen wie stxmv eirt
und Aehnliches (z. B. 2, 25, 5. 3, 18, 7. 8, 34, 6), welche
wenigstens bisweilen auf Statuen zu gehen scheinen (6, 16, 7.
10, 24, 2). Dass er aber jemals von einem Relief spreche
ohne durch den sprachlichen Ausdruck dies anzudeuten, ist
ein Axiom für welches ich bisher, so mannigfacher Gebrauch
auch davon gemacht wird s, jeden Beweis vermisse, es ist—-Ga
xat To pLSTK^aX7ovTs$ — eine feste Ueberzeu-
gung, für die aber die überzeugende Rechtfertigung erst noch
zu erbringen wäre. Da ich nun in der Pausaniasstelle die An-
deutung dass es Reliefs seien vermisse, da ich in der Grössen-
angabe den bestimmten Beweis erblicke dass keine Reliefs
gemeint sein können, so ist es für mich eine (( philologische
Thatsache)), — denn archäologische Gründe habe ich bisher
absichtlich ganz aus dem Spiel gelassen — dass dort von Sta-
tuen die Rede ist.
Natürlich kann unter sxaTTov dann nicht jede der vier Sta-
tuengruppen gemeint sein, sondern nur jede einzelne Figur.
Schon Visconti hatte dies, obwohl er an Reliefs dachte, mit
richtigem Instinct vermuthet; es ist seitdem oft ausgesprochen
worden, z. B. von Beule 11, 211, von Bursian griech. Kunst
S. 483, von Brunn arch. Zeitung 1869 S. 18 und
1870 S. 298, von Overbeck Plastik 1P, 177, von mir selbst
Parthenon S. 43 Anm. 148 und im Text zu Launitz Wandta-
feln Taf. 19 N°. 61, von Conze in Lützows Zeitschr. VH,
328. Was ist denn für eine Schwierigkeit dabei, sxacTov ma-
sculinisch zu fassen und aus den vorhergehenden Namen
rtyavTMv, Äpa^ovan, ÄQyiVKtMv, ra*XatMv die Ergänzung
zu entnehmen? Ja selbst an ein aus dem Vorhergehenden zu
ergänzendes allgemeineres Wort wie ayal^a Hesse sich den-
ken. Nun erklärt sich auch die Massangabe bei dem <x in
s Wenn Benndorf arch. Zeit. 1869 S. 59 durch Schubarts Untersuchung er-
wiesen findet, dass Pausanias XyaZpa als " Figur « mit Vorliebe bei Reliefs
verwende, so spricht Schubart selbst Philol. XXIV, 563 dies nur als eine nahe-
liegende Vermuthung aus: die sicheren Belege enthalten sämmtlich
unzweideutig auf Reliefs hinweisende Ausdrücke.
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