Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

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ZUR PERIEGESE DER AKROPOLIS

Heilsten zeigen, wie etwa die Trennung der Stockwerke zu
denken sein möchte; wobei ich für die Einzelbegründung auf
die beiden vorhergehenden Anmerkungen verweise. Von dem
Oberstockwerk erhielt wenigstens der westlichste Theil C' sein
Eicht durch die drei Fenster der Westwand; oh auch die
mittlere Abtheilung D, oder oh diese etwa Oberlicht hatte,
wie endlich die Scheidung zwischen den beiden Abtheilungen
C und D des Oberstockes beschaffen war , das alles ge-
traue ich mir nicht zu entscheiden. War aber die Westab-
theilung wirklich auch zweistöckige so konnte ihr Erdge-
schoss C sein Eicht lediglich durch die drei von aussen dar-
ein einmündenden Thüren empfangene war also jedenfalls

beitet, so dass hier offenbar weitere Platten des die Stockwerke C' und C
trennenden Fussbodens sich anschlossen. Die südlichste Platte des Fussbodens
war in die südliche Ante der Westmauer eingefalzt (vgl. die -paxitxa). Die
Oberfläche des Fussbodens lag ungefähr 0.50 M. tiefer afs die Oberfläche der
Fensterbrüstungen in der westlichen Mauer, tch muss hinzufügen dass ich die
stosskantenartige Bearbeitung der bezeichneten Quaderschicht von der schma-
len Quaderwand aus ostwaerts gegen die Trennungsmauer von D und C' nicht
habe verfolgen koennen (vielleicht gieng die verbindende kleine Treppe von D
her hier herauf?), und ebenso wenig ist es mir gelungen an der gegenüber-
liegenden Nordwand oberhalb der grossen Thür eine sichere Spur der Decke
aufzufinden. Sie würde hier mit ihrer Unterkante auf die halbe Hoehe des
Deckblockes des 8upMga treffen, wo in der That einige Spuren auf einen sol-
chen Anschluss hinzuweisen scheinen ; doch ist die Beschaedigung des ganzen
Blockes zu stark, um mir wenigstens ein sicheres Uriheil zu erlauben. Nur
darauf will ich hinweisen, dass die modernen Balkenlager X X (Taf. 4 der
Tspaxv.xa) so liegen, dass die von ihnen getragene Holzdecke gar wohl eine
spaetere Fortsetzung des antiken Fussbodens von C' oberhalb des spaeteren
Hauptraumes, beziehungsweise seines Seitenschiffes, bilden konnte. — Die
Schwierigkeiten, welche gegen meine Annahme aus der Innenansicht der
Westmauer bei Stuart H Kap. 2 Taf. 13 entstehen, sind mir nicht entgangen,
es ist aber in jener Ansicht so vieles mit Sicherheit als ergaenzt und theilweise
falsch ergaenzt nachweislich, dass ihre Autoritaet gegenüber den oben eroer-
terten Spuren am Gebaeude selbst fraglich wird. Die Scheinarchitektur an der
westlichen Aussenwand, wo das Kranzgesims bedeutend tiefer liegt als die
vermuthete Grenze der Stockwerke im Innern, würde sich leicht durch die
Rücksicht auf ein richtiges Verhaeltnis zwischen tragender Mauer und getra-
gener Saeulenstellung erklaeren.
im Plane sind nach Boettichers Idee Pfeiler angenommen, aber vorsichts-
halber nur in verlorenen Linien angedeutet.
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