Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

Seite: 30
DOI Heft: DOI Artikel: DOI Seite: Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1877/0054
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
30

ZUR PERIEGESE DER AKROPOLIS

Ueber Pausanias Beschreibung der PoliasceHa R habe ich
hier nichts hinzuzufügen ; der Plan der Cella ist meines Er-
achtens von Bötticher im Wesentlichen richtig reconstruiert.
Uebrig bleibt das Pandroseion, das wir, wie im Eingänge
bemerkt ward, mit der Erwähnung des Oelbaumes (Kap. 27,
2) betreten. Bekanntlich wird in mehreren Stellen der gros-
sen Bauinschrift C. 7. dM. 322, besonders deutlich u 1 44
f., die Westwand des Tempels mit den Halhsäuien und Fen-
stern als 6 6 TToös Toü bezeichnet. Demnach
muss das Pandroseion entweder ausserhalb des Tempels an
der Westseite belegen sein, oder wir müssen darunter, wie
es gemeiniglich geschieht, den westlichsten Baum C des
Tempels selbst, das eben besprochene Prostomiaion, ver-
stehen. Letzteres ist aber — auch abgesehen davon, dass es
dann viel natürlicher heissen würde 6 6 Toü nxv&po-
cihou ^ — deshalb unmöglich, weil Pausanias in diesem
Falle das Pandroseion vor dem Erechtheion, oder w enigstens
in enger Verbindung mit diesem hätte nennen müssen ; konnte
er doch blos durch das angebliche Pandroseion in die Posei-
doncella gelangen Somit bleibt nur der Raum aussen vor

jene Ergaenzung unhaDbar sei; auch wurde bei der im Texte angenommenen
Bedeutung npo; Schwierigkeit machen. Sicher dagegen ist in beiden genannten
Inschriften mehrfach die ^apaTcx; als Aufbewahrungsort genannt, entweder
bloss xpo; -rij napKSTäot, oder mit einem Zusatz wie [ti); äptotsjpa; — so scheint
ergänzt werden zu müssen oder SsiRa]; Etctovit. Danach ist die napac-ca$
als Theii des tnneren noch weiter gesichert. Von einer anderen Ortsbestim-
mung ist noch erkennbar [t]?;; 86pa; (bei Koehier Z. 7) und o'ntoOsv T?]$ 6u[pon]
-- 3s^a<; Et3t[o]^t (bei Pittakis Z. 16 nach Koelders verbesserter Lesung); von
noch einer anderen nur xpö^ -ccö 6n-- (Pitt. Z. 16 nach Koehler etwa ünoyEM?
oder u7tepd)M?). — Forchhammer Daduchos S. 13t. 133 bezieht den Namen
Prostomiaion auf den weiter unten für das Pandroseion erklärten freien Raum
westiich vom Tempel.—-Dass das psy^pov npin Esndpnv iEvpaup.dvov bei Herod.
5, 77 nichts anderes als dies npoc-top-tatov ist, wird in Abschn. X dargelegt
werden.
Vgl. Fergusson (Anm. 14) S. 6.
sob Letzteres hat Boetticher (Zeitschr. S. 2t4) richtig erkannt. Wenn er aber
behauptet, dass Pausanias wirklich durch die Cella der Pandrosos in das
Erechtheion eingehe, so ergibt der Text des Pausanias selbst genau das Gegen-
theil.
loading ...