Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

Seite: 32
DOI Heft: DOI Artikel: DOI Seite: Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1877/0056
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
32

ZUR PERIEGESE DER AKROPOLIS

Tempels welcher (( an die Cella der Athena stösst)). Aus dem-
selben^, der Wanderung des Pausanias entnommenen Grunde
kann auch der Westraum G nicht die Pandrososcella sein
(vgl. oben hei Anm. 20*), die dann überdies durch die Po-
seidoncella D von der Poliascella getrennt, also nicht dieser
cuvsx'G sein würde 22. Folglich muss der vxo; nxv^ocrou aus-
serhalb des Tempels gelegen haben, aber so dass er an ihn
stiess. In diesem Falle hisst er sich nicht füglich von dem be-
reits ermittelten Pandroseion, seinem heiligen Bezirke, tren-
nen. Dabei ist dann natürlich 6 vxos tzs ÄQzvx; nicht als cc die
Cella der Polias )) sondern als « der Tempel der Athena )) zu
verstehen, das heisst als der Gesammtbau des nach seiner
Hauptinhaberin benannten cc alten Tempels )) 23, ^ je ja schon
in der Ilias (B 549) Athena den Erechtheus x&R 5' sv AOzvz,;
stosv, EM svl vzm und Xenophon Hell. 1, 6, 1 kurzweg
von dem AQzva; spricht, ohne damit das

22 Dies scheint mir entscheidend gegen Boettichers Ansicht, weicher den vao$
tlavSpocou in dem Westraum C (meinem Kpoaiogtatov) erblickt und als inneres
Pandroseion dem äusseren Pandroseion (Anm. 2t) zur Seite stellt, vgl. arch.
Ztg. 1855 S. 72. 75. Untersuch. S. 20t. Richtiger hat Fergusson a. a. 0. den
Pandrosostempel draussen in das Pandroseion verlegt (vgl. meinen Text zu
Launitz Wandtafel XVtt und genauer zu Taf. XtX No. 78), nur dass sein gegen
Osten orientierter Tempel durch einen von Hallen umgebenen Hof, in welchem
sich Altar und Oeibaum befinden, vom Haupttempel getrennt, also wiederum
nicht diesem ouvbxijs ist. Auf meinem kleinen Plane weist die dreifache von L
gegen Westen laufende Linie auf Fergussons Annahme einer bedeckten Halle
hin, welche er auf einige Beobachtungen Boettichers (Unters. S. 209 ff. Fig. 39
fl'.) gründet; mit welchem Rechte, muss ich Andern zu beurtheilen überlassen,
tst die Annahme richtig, so würde die Westthür des Haupttempels vermuthlich
die Mitte zwischen jener Halle und der Kapelle der Pandrosos einnehmen und
dadurch ihre jetzt so auffällige nicht centrale Stellung in der Westwand erklärt
werden (vgl. Fergusson S. 10).
23 Der kurze Ausdruck o ap/afo; vsto; (vgl. Strab. 9 p. 396) ist auch in-
schrifflich für den Poliastempel gebräuchlich, s. die Belege in meinem Parthe-
non S. 265. Der seit Müller Minervae Pol. sacra S. 19 oefter wiederholte Zwei-
fel, ob man einen verhältnismässig neuen Tempel so bezeichnen koenne, scheint
mir ganz ungegründet; der Neubau ist ja doch nur ein neues Kleid für das alt-
ehrwürdige Heiligthum. In der Urkunde über den Neubau selbst (C. I. Att. I,
322) konnte man allerdings den Ausdruck nicht gebrauchen und wählte die
von dem ap^atov otyakga entnommene Umschreibung.
loading ...