Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

Seite: 38
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Eine Ansicht der Akropolis
aus dem Jahre 1070.
(Hierzu Tut. H.)
Morosini's Capitulation von Candia beendigte im Jahre
1609 den Kampf zwischen der Pforte und Venedig; und wer
reiselustig war und sich nicht vor Corsaren fürchtete, konnte
jetzt wieder daran denken., den Orient zu besuchen, und von
den sagenhaften griechischen Alterthümern soviel zu sehen, als
er eben zu sehen bekam : denn die Türken waren den Franken
auch jetzt noch keineswegs freundlich gesinnt, sondern im
Princip geneigt, jeden der mit Zeichenstift und Messstock be-
waffnet erschien, für einen Spion und Vorläufer irgend eines
neuen Ueberfalls der Yenetianer anzusehen. Namentlich ihre
Castelle hielten sie eifersüchtig verschlossen; wie andere, so
auch die Akropolis von Athen, und man musste schon ein
Marquis de Nointel sein, um dort ohne sehr erschwerende
Umstände Einlass zu finden. Seihst ein so unschuldiger Or-
densbruder wie Pere Dabin kann nicht oft oben gewesen sein :
wir würden dann wol eine etwas klarere Beschreibung des
Parthenon von ihm haben, und auch sonst etwas von der Akro-
polis hören ; auch Spon erreichte in derselben Zeit den Ein-
tritt nur mit grosser Mühe, und Yernon wären seine Messun-
gen bald schlecht bekommen. Unter solchen Umständen ist es
begreiflich, dass gewöhnliche Menschen sich mit der Ansicht
von aussen begnügen mussten, und kein Punkt gewährt eine
solche besser, als das Museion. Dorthin, und zwar auf den
äussersten Yorsprung nach N-O, der Akropolis so nah wie
möglich, setzte sich auch der Italiener, dem wir die Zeichnung
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