Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

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TORSO EINES APOXYOMENOS

der letzteren hat mehr gelitten als die Vorderseite, zeigt aber
dieselbe Formvollendung wie diese, während den Rücken-
partien des Römischen Werkes die letzte Feile fehlt (E. Braun
Annu/f &//' 7?isE 1850 p. 250).
Trotz der Abweichung in der Stellung stehe ich nicht an in
der Athenischen Statue ebenso wie in der in Rom aufgefun-
denen eine Nachbildung des Lysippischen Apoxyomenos zu
erkennen. DieUebereinstimmung in den Hauptmotiven scheint
mir entscheidend zu sein und die Verschiedenheit in einem
Nebenmotiv daraus erklärt werden zu müssen, dass in dem
einen Fall der ausführende Künstler sich ängstlicher an das
gemeinsame Original gehalten hat als in dem anderen. Dies
zugegeben wird man sich, denke ich, darüber leicht einigen,
an welcher Stelle die grössere Treue in der Wiedergabe der
Motive zu suchen sei. Der Torso kann sich an technischer
Vollendung mit der erhaltenen Statue nicht messen, die Ar-
beit ist hart und trocken. Von einem Künstier dieses Schlages
kann man nicht voraussetzen, dass er sich ohne Notli von den
Motiven seines Originales entfernt habe. Dagegen hat schon
Emil Braun aus der hohen Vollendung der Römischen Statue
geschlossen, dass dieselbe keine sklavischtreue Copie sondern
eine freie Reproduction des Lysippischen Meisterwerkes sei 3.
ULRICH KÖHLER.

^ « A questa supposizione (dass die Vaticanische Statue nach einem älteren
Vorbilde gearbeitet sei) una sota cosa si dovrebbe obbiettare, vale a dire il trat-
tamento spontaneo e fresco deüe forme, che sembrano essere prese dalta natura
immediatamente, e non copiate coli' intermedio d' attro artista, comeche perfet-
tissimo. Qui peraltro occorre ricordare che noi sappiamo pochissimo intorno il
rapporto che sussisteva tra le grandi opere originali e le repliche franche de
tempi posteriori, in cui si riproduceva piuttosto, che non si copiava. " Braun a.
a. 0. p. 237.
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