Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

Seite: 59
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Von den griechischen Inseln.
(Hierzu Tat. V.)
Wie auf Andros concentrirte sich auch auf Tenos das poli-
tische Lehen der Insel auf eme Stadt,, und durch zahlreiche
Inschriften und andere Funde ist ausser Zweifel gestellt, dass
diese fast an der Südspitze der Insel an der Stelle der heuti-
gen Stadt,, S. Nicolo, wie sie unter der Venetianerherrschaft
benannt wurde, gelegen hat. Da jedoch der Platz dauernd
bewohnt geblieben ist, indem er im Mittelalter trotz seiner
schlechten Rhede für die damalige Hauptstadt der Insel, das
1 1/2 St. von der Küste entfernte Exoburgo als Hafenort ge-
dient hat, bis er in neuerer Zeit wieder zum Hauptort gemacht
wurde, sind hier die Spuren des Alterthums mehr als auf An-
dros verwischt; insbesondere hat die Erbauung der grossen
Wallfahrtskirche der EüxYY^^Tp^ mit ihren in einem
grossen Oblong aufgeführten Seitengebäuden gleich oberhalb
der jetzigen Stadt stark zur Veränderung des Terrains beige-
tragen.
Die Reste eines antiken Molo, welche sich östlich von der
Kirche S. Antonio bei 3,00 Dicke auf etwa 50 Meter Länge
in schräger Richtung gegen das jetzige Ufer verfolgen lassen,
beweisen, dass die alte Stadt hier an das Meer gereicht haben
muss. (Vergl. den Stadtplan aufTaf. V, bei welchem die See-
karte der engl. Admiralität von Graves zu Grund gelegt ist.)
Aus der Richtung des Molo ergibt sich, dass an der Stelle des
während der Venetianerzeit erbauten, zunächst am Ufer ge-
legenen Stadttheils im Alterthum Meeresboden war, und all-
mählich durch Sandablagerung sich das Ufer verändert hat.
Die breite Strasse, welche vom Landungsplätze aus fast eine
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