Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

Seite: 63
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VON DEN GRIECHISCHEN INSELN

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zweiter ebensoweit westsüdwestlich von Glyphar, 3 Minuten
von San Madela, n^NtxtoTcupyo^ ein dritter eine Viertelstunde
weiter westlich hei A. Avcipyupo^ wie der vorige mit c. 7,50
Seitenlange. Etwa 50 Schritt südwärts vom letzteren liegt
etwas bergan ein vierter Thurm, von welchem 2 Seiten, die
auf je 5,00 Länge erhalten sind, schönen regelmässigen Qua-
derbau zeigen, nordwärts davon in der Terrassenmauer auch
noch ein Theil der zur Verteidigung bestimmten Hofmauer.
Folgt man von hier aus der Nordküste, so trifft man jen-
seits des Hafens Panormos auf die von Cap ixtAclxtK über C.
K.o7dvv<x bis C. A^vo; reichenden dicht am Meere befindlichen
Lager des Verde Antico, welche wieder in Betrieb ge-
setzt hat. Zwischen Skylakia und Kolcnna hat sich ein mehre
Meter hoch mit verwittertem Seifenstein überdeckter antiker
Bruch gefunden. Eine grössere Anzahl ganz oder teilweise
ausgehauener Blöcke, sowie eine nicht ganz losgelöste Säule
liegen noch am Platze.
Etwa in der Mitte der Insel, wo die Nordostseite des Gouma
eine gegen Westen ansteigende mit massenhaften Felsblöcken
besäte Hochfläche bildet, die man von Kellia aus in etwa 1 1/3
St. erreicht, liegen zwei durch einen Zwischenraum von etwa
9 Schritten von einander getrennte gegen 1,00 hohe Felsen,
welche nach vorn und an der rechten Seite bearbeitet gewesen
sind. Auf der nach oben gerichteten Fläche trägt der eine die
Inschrift AiO^!, der andere EAAANtOY V Die Anlage
ist gegen Osten gerichtet, befindet sich aber nicht auf der
höchsten Spitze des Bergs. Das hier befindliche Zeusheilig-
thum ist dem auf dem H. Elias von Aegina anzureihen, wo
Aeakos der Sage nach um Regen gefleht hat (Pind. Nem. V
9 Isokr. Euag. 14). Merkwürdig ist, dass auf dem ionischen
Tenos man für den Beinamen des Gottes nicht die ionische
Form anwendet. Allein die Bevölkerung scheint in der That
keine rein dem ionischen Stamm angehörige gewesen zu sein.

^ Lebas V. A. Inscr. lies n. 1828. 1829. Mauromaras S. 4.
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