Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

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VON DEN GRIECHISCHEN INSELN

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der Stelle eines Baues der römischen Zeit, wahrscheinlich einer
Basilika, wovon eine c. 5,00 messende Apsis jetzt bloss ge-
legt ist. Von den uncanellirten dorischen Säulen sind noch 9
vorhanden mit 1,47 gr. Umfang, ferner kleinere mit 0,85.
Auch das sonstige Baumaterial der Kapelle sind durchgängig
alte Werkstücke, theils aus Marmor, theils Trachyt. Die hier
zunächst liegenden Reste von Häusern mögen einer früh-
christlichen Niederlassung angehören, zwei längere Grabin-
schriften dieser Periode sind in der Kapelle eingemauert. Wen-
det man sich von hier ostwärts bergauf, so kommt man zu-
nächst durch eine antiker Reste bare Gegend; erst mit der
Kapelle TYi; MsTKgoptptücsM; Tob Xptc-roü beginnt eine zusammen-
hängende Ruinenstadt. Die Kuppe des Bergs bildet hier eine
Art Akropolis, die gegen Westen mit einer schroffen Felswand
von 30-50' Höhe abgesondert ist. Dieselbe ist an einer Stelle
senkrecht abgeglättet, und in dem Fels eine ungefähr qua-
dratisch angelegte Grotte ausgearbeitet, zu welcher eine
schmalere Thüre mit 3 Stufen den Zugang bildet; heute dient
die Grotte als Kapelle -rou Xctc-ron (Beschreibung und Plan bei
Michaelis Annali 1864 p. 256 und tav. d'agg. R. n. 1). Gleich
rechts von der Thüre 3,00 über dem Boden steht auf der
Felswand die vierzeilige metrische Inschrift 2.
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Nach der Orientierung gegen Westen könnte man hier die
Cultstätte einer Unterweltsgottheit suchen; näher liegt es an
ein Heroon zu denken, wie Theras ein solches besass (Paus.
Hl 1, 7). Eine kleine Nische im Fels, sowie oben auf der Fels-
wand Einlässe für Stelen mit Stufen verbunden, eine andere

- Die Felsinschrift, von welcher Michaelis S. 256 ein Stück gibt, ist durch
krystaHinischen Kaiksinter theilweise überdeckt; wo dies nicht der Fall ist,
kann über die Schriftzüge kein Zweifel bestehen.

MUIH. D. AUCH. HSSI. n.
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