Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

Seite: 68
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VON DEN GRIECHISCHEN INSELN

gelegene Stück des Stadtbergs (vergl. die Terrainskizze Taf. V),
welches bei einer Durchschnittsbreite von 25 - 30 Meter eine
Länge von etwa 140 M. hat. Um an der N. W. Seite zu be-
ginnen, trifft man zunächst auf eine Stelle an welcher
der Kalkfels zu einem Dreiviertelkreis bearbeitet ist, nach
vorn mit gradlinigem Abschluss, um den gegen 0. gerichte-
ten Eingang zu bezeichnen, an dessen Seiten rechts und links
Einlässe für Anatheme angebracht sind. In der Kreisanlage ist
der Fels dem Eingang gegenüber gradlinig bearbeitet auf
0,35 H. 0,00 Br. und neben einer kleinen Nische eine 6 zei-
lige Inschrift eingegraben. Aus den noch erkennbaren dürfti-
gen Resten lässt sich weiter nichts entnehmen, als dass wir es
mit einem heiligen Bezirk zu thun haben. Nach vorn ist dies
Heiligthum abgeschlossen durch eine Felsabschrägung von
mehr als 1,00 H., so dass hier einst eine Treppe aufgemauert
gewesen sein muss ; auf eine längere Strecke lässt sich näm-
lich noch eine breite in den Fels gehauene Strasse verfolgen,
welche von hier ihren Anfang nimmt. Zur L. folgt zunächst
eins der langen aber sehr schmalen Wohnhäuser mit sechs
Bettungen (2' 1., 1 i/g' breite) an der in den Fels gehaue-
nen Rückwand ^u/, welche der Strasse zugekehrt ist. ln der
gleichen Richtung sind dann durch das Anarbeiten des Kalk-
bodens noch zu erkennen ein quadratischer Bau von etwa
7,00 im Geviert, auf der Ostseite wieder mit den Spuren von
Stelen, weiter ein oblonger Bau von 15,00 Länge, und
hieran reiht sich der durch Prokesch und Ross beschriebene
(( Votivfels)) mit seinen Nameninschriften, und als äusserste
Anlage innerhalb der Stadtmauer ein ebenfalls nur in den
Felsspuren wiederzuerkennender Rundbau von 3,00 Dm.
An der Südseite dieses Bergvorsprungs öffnet sich etwa dem
Votivfels gegenüber in dem Niveau der Stadtmauer eine Fels-
grotte, die sich mit einer Höhe von 3-4,00 auf 11,20 Länge
und 4,60 Breite in den Berg erstreckt. Hinten ist sie auf
halbe Höhe durch eine Mauer aus kleineren Steinen abge-
schlossen; in der I. Seitenwand ist eine kleine Nische, hinten
am Ende dieser Wand scheint eine jetzt verschüttete Cisterne
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