Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

Seite: 81
DOI Heft: DOI Artikel: DOI Seite: Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1877/0105
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
VON DEN GRIECHISCHEN INSELN

§1
TOU K^s'X'pOÜ-iXvOpm^O^^yG^ E7TKU6K,
Ey& - - <XvQj)M7COLS CtVS^S^K, syd) MystV^KT^
----- <X, eyM [AjsjASVTi QsMV
1 5 [A7]v* * [:]yd) fT]upä[w]cu[v] ixp^&<; xcrrs'Xucct'' eym CTSpye[t] -
cQxt [y]uv[<xtz]x[s] ün' ctv^[pd)]v -/iväyzx?^* e[ym v]o &U
E[^]s^Up6TS};OV yp'JGOU ZCÜ cipyjpLOU S7TOL-
f-/;c]^* eyd) [?]d txVftQ^ zxNov svopL&flsT'/i^st
v[o]g[^Sc]QK[t], SyM [?]uVYpKfp&[s] G-
Die Inschrift geht quer über die Canellüren weg, am oberen
Ende fehlen etwa 8, am unteren 4 Zeilen 3. Z. 11. 15. 10.
18, wo innerhalb der Zeile zu einem neuen Gegenstand üher-
gegangen wird, ist vor ETH eine Lücke gelassen.
Es ist ein kaiserlicher Erlass oder Brief aus der Zeit der
Christenverfolgungen (Z. 12), hei welchem man nach Ton
und Inhalt zunächst an Julian denken würde. Aber weder
hat Julian jemals die gewaltsame Unterdrückung des Christen-
thums angeordnet *, noch würde er auch hei der stärksten
Uebertreibung trotz aller Begünstigung, die von ihm der Hel-
lenismus erfuhr, den Sieg desselben bereits als entschieden
haben hinstellen können, und ebenso wenig darf man Julian
Zutrauen, dass er, dem die kirchlichen Gebräuche bekannt
waren, den Christen den Vorwurf der KvQpmTrcrpxyG, der epulae
Thyesteae gegen welchen sich in der 2. Hälfte des zweiten
Jahrhunderts und zu Anfang des dritten die christlichen
Apologeten zu vertheidigen hatten, jemals hätte machen
können.
Wenn Z. 14 das Aufhören der Tu^sUvMv erwähnt wird,
können darunter nur die sog. 30 Tyrannen verstanden werden;
demnach ist bloss noch zwischen Aurelian und Diocletian

3 Der Ort der Aufstellung machte eine vollständige Reinigung des Steins von
dem ihn bedeckenden Kaik unmoeglich. Der Stein ist sehr schiecht beleuchtet
und noch dazu umgedreht, daher die vielfach mangelhafte Abschrift.
* Julian cp. 42 p. 424 B., ep. 52 p. 438 B., frgm. p. 288 A.
^ Gibbon Hist, de l'Emp. Rom. ch. XVt vol. HI 162 (trad. Guizop. Finlay
Griechenland unt. d. Roemern S. 114.

MiTTM. D. ARCH. !N6T. M.

6
loading ...