Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

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MISCELLE

in den Gräbern finden , weiche Ross auf Meios besciireibt
(inseireisen HI S. 9-10).
Vom ehemaligen Inhalt ist wenig erhalten; es zeigt sich,
dass derselbe schon geraubt war, ehe die Wiederentdeckung
stattfand. Die Vachlese ergab in der zweiten und dritten Kam-
mer zunächst zahlreiche Kohlen- und Knochenreste, darunter
thierische, auch Eberzähne, wie sie vielfach in Mykene ge-
fundenwurden. Von Metall wenigstens kleine Bronzereste und
dünne Goldblättchen, dagegen grössere Stücke von scharf-
kantigem Obsidian, womit übrigens auch die Fläche des
ganzen Hügels bedeckt ist. Durchsetzt ist ferner die ganze Erde
mit kleinen Thonperlen verschiedener Farbe und Härte, die
meist nicht viel grösser als Stecknadelköpfe sind. Den auffallend^
sten Bestandtheil bildet immer eine weisse, blaue oder grün-
liche Glasmasse in dünnen oft der Länge nach durchbohrten
Platten mit Verzierungen, wovon leider nur winzige Frag-
mente übrig sind. Meist sind es die bekannten Wellen- und
Spirallinien; einmal erkannteich eine kleine sitzende Sphinx,
sodann in einem Stück, das sich jetzt im Bureau des Ephoros
der Alterthümer befindet, die Fühlfäden eines Thieres, wahr-
scheinlich der Sepia, wie sie in Mykene zum Vorschein
gekommen ist und sich wahrscheinlich auch auf einem der
alterthümlichen geschnittenen Steine aus Melos findet, die
Ross (Inselreisen III Tafel zu S. 21) publicirt hat.
Die völlige Aufräumung des Grabes ist höchst wünschens-
werth und, wie ich höre, auch bereits von griechischer Seite
in Aussicht genommen.
A. MILCHHOFER.

-K—

(März i877.)
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