Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

Seite: 86
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ZUR PERIEGESE DER AKROPOLIS

Hunderts (Andok. 83) erwähnt. Am wahrscheinlichsten
fällt die Errichtung der Standbilder., vielleicht an Stelle älte-
rer zwischen Kleisthenes und dem Persereinfall aufgestellter,
doch wohl in die Zeit der neuen Ausstattung des Marktes seit
Kimon (Wachsmuth Stadt Athen I, 509). Damit würde also
eine Verfertigung durch Myron, für den es leider an genaueren
chronologischen Daten ganz fehlte wohl sich vereinigen lassen.
Indessen spricht doch noch mehr für die Gruppe auf der
Akropolis. Das bestimmt angegebene Material, Erz, ist das
dem Myron eigenthümliche ; die aussergewöhnliche Grösse —
denn dass dies in dem Beisatz psyxAx liegt, ist oben im sech-
sten Abschnitt gezeigt worden — stimmt mit den Totx Mupovo;
spyx xoloccvxx E-tgtx; ßx?sa); im Bezirk des samischen
Heräon (Strab. 637) und der allgemeineren Andeutung bei
Lucian ^a/L 24 überein. Indessen wollen diese beiden Punkte
nicht viel besagen, wichtiger ist dass der Gegenstand der
Gruppe so völlig im Geiste Myrons ist. Zwei zum Kampf ein-
ander gegenüberstehende Männer — das war ein Vorwurf
ganz geeignet für die Entfaltung der ihm ganz eigenthüm-
lichen Vorzüge, welche in der lebendigsten Durchführung
gegensätzlicher, aber einander gegenseitig bedingender Hand-
lungen und Stellungen bestanden. Man denke an die Gruppe
von Marsyas und Athena, an die Säger. Es genügt auf die
schöne Ausführung E. Petersens (arch. Zeit. 1865 S. 91 f.)
zu verweisen. Sicherlich war Erechtheus als der Sieger ir-
gendwie bereits bezeichnet; hierdurch entstanden c^gxvx
des Vordringens und des Zurückweichens, des Angriffsund der
Abwehr, also echt myronische Contrastmotive. Es mag noch
auf eine Analogie unter den Werken des Rheginers Pythago-
ras hingewiesen werden, eines Zeitgenossen und Nebenbuh-
lers Myrons, welchem dieser in der Wahl der Gegenstände
(Perseus, Thiere) und in der Lebendigkeit der Aulfassung
näher steht als irgend einem andern Künstler; ich meine die
von Tatian adu. Craeccs 54 erwähnte x^s7<poxTo-dx noT-uveGom
xxt 'Evsox'Xsou(;. Die Analogie würde noch schlagender sein,
wenn wir auch Erechtheus, wie es in der euripideischen
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