Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

Seite: 90
DOI Heft: DOI Artikel: DOI Seite: Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1877/0118
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
90

ZUR PERIEGESE DER AKROPOLIS

die Grösse des sog. Theseion in Athen an, gewiss das Aeusser-
ste woran sich denken, kaum noch denken lässt, so würde
die Cella etwa 7,50 Meter hoch gewesen sein; das ergibt eine
Höhe der Statue von allerhöchstens sechs, oder nach Abzug
der Basis (etwa i/§) von ungefähr fünf Metern. Dies ist, wie
gesagt, das Alleräusserste; seihst wenn die achtzig Talente
nicht die ganze aufgewandte Summe ausmachten, sind grös-
sere Dimensionen jenes Tempels ganz unwahrscheinlich (der
Nemesistempel in Rhamnus hatte im Innern eine Höhe von
ungefähr 5 Metern, hei einer Bildhöhe von 10 Ellen = 4,60
M.). Da nun nach Pausanias die Statue in Platää nicht viel
kleiner war als die Promachos, so dürfen wir mit dieser
nicht über-—annähernd — 7.50 Meter gehen, oder mit Ein-
schluss der Basis etwa 9 Meter; nimmt man den Tempel und
die Statue in Platää kleiner an, so wärkt dies auch auf die Pro-
machos zurück.
Nichts desto weniger verdient die Statue die Bezeichnung 7)
Xx7x-?j Y] psyxTr/i 'AQyivx, welche Demosthenes 19, 272 ihr gibt:
(( gross )) ist sie einmal der andern bronzenen Athenastatue
von Phidias auf der Burg, der Lemnierin, gegenüber, als
gross kann man aber überhaupt füglich eine Statue bezeich-
nen, welche — im besten Falle — einer der Propyläensäulen
an Höhe nahe kam und daher über den Wald der gewöhn-
lichen, etwa 2 Meter hohen Statuen auf der Burg wie ein
Thurm hervorragte. Nur muss man sich von den übertrie-
benen modernen Vorstellungen lossagen, welche ihre Quelle
in den Anfangs besprochenen Missverständnissen haben, viel-
leicht zum Theil auch in den Münzbildern (Parthenon Taf.
15, 28-31), in denen aber die Grössenverhältnisse der ein-
zelnen Gegenstände durchaus nicht massgebend sind — man
denke nur an die Eule auf No. 29. 30! Beachtenswert!! ist es
doch auch, dass es ausser den indirecten Hinweisen in den
Pausaniasstellen und der directen Bezeichnung als psyx7.v)
bei Demosthenes keine Stelle gibt,, in welcher die Grösse der
Promachos hervorgehoben würde, man müsto denn mit
Wordsworth vDAeus 3 Aull. S. 107) die Statue in der ITj'Xxr-
loading ...