Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

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ZUR PERIEGESE DER AKROPOLIS

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pxy_o;; bei Aristoph. Ritt. 1172 und eine Andeutung ihrer
(( gigantischen Gestalt» in dem j-rsoeysL ebda V. 1174 linden
wollen. Letzteres ist an sich nicht wahrscheinlich; und gewis
mit Recht haben schon die alten Erklärer in dem Beinamen
eine Anspielung auf den Kampf hei Pylos gefunden — vgl.
das xjTs mit Bezug auf V. 1167—., nicht aber auf die Nähe
der Promaclios hei den Propyläen. n'Axuxxyo; kann doch
auch nimmermehr rr Thorschirmerin )) bedeuten, sondern nur
(cTliorstürmerin)), wie der von Stesichoros (Fr. 48) dem
Ares gegebene Name n-j7.xnj.xy_o;; oder njXxgxyo; in den
Scholien zu Homer (E 31) mit dem homerischen Beinamen
Ts^s7L7rT.-^T7K zusammengestellt wird. <x Thorstürmerin )) aber
wäre eine höchst unpassende Bezeichnung der grossen Burg-
statue *.
Hiess denn diese wirklich in guter Zeit <x Promachos )) ?
Alkiphron lässt einmal (3, 51, 4) die Atliena anrufen mit
den Worten Trpogxy^s 'AQv)vx xxt TroTnojys [ Too xcTso^ ]. Natür-
lich meint er, wie schon das zweite Beiwort zeigt, nicht die
Statue, sondern die Göttin seihst. Ebenso sicher kann die
Bronzestatue nicht gemeint sein in der bekannten Erzählung
des Zosimos (5, 6, 2), wo Alarich ETunv TxvoTpx^x Tyj To7.st.
vo psv Ts?y_o$ (der Stadt, nicht der Burg) empx Trsp^ooTOJcxv

* Urlichs bat neuerdings (n. rhein. Mus. 1859 S. 599 ff.) die oefter vorge-
braclite Ansicht vertheidigt, dass bei Ptinius 34, 54 mit der ctiduchus die
Promachos gemeint sei; eine Andeutung ihrer kolossalen Groesse findet er in
den bald folgenden Worten et alte rum cotossiconnudum, womit der
ApoHon Parnopios gemeint sei (? vgl. Abschn. VAnm. 2). Welcher stimmt ihm
bei (griech. Goetterl. M, 281 Anm. 10^), auch er auf Anlass der Chorverse
bei Aristoph. Thesm. 1138 napB^vov, xoüpy;v, ^ jcoX-.v rjp.si^pav xat
xpaio: tpavspov p.ov^, x).if)3oj^6; ts xaAsf-cat. Hier ist ja aber nicht von
einer Statue, sondern von der Goettin selbst, der Burggoettin, die Rede;
sollte eine Statue den Namen x7?]So3yo$ führen, so muste sie — darin hat Jahn
(saechs. Ber. 1858 S. 110) unbestreitbar Recht — das Abzeichen des Schlüssels
auch wirklich tragen. Entweder also war die cliduchus eine wirktich mit
demSchiüssel versehene Athenastatue, oder, wie Preller (arch. Zeit. 1846
S. 261 ff. — ausg. Aufs. S. 288 ff.) ausführt, das Abbild einer in bekannter
Weise den Tempelschiüssel haltenden Priesterin, vgl. 34, 78, wo Detlefsen
statt der Lesart des Bambcrgensis c 1 i t ico n fiigiich die Vutgate cli d uc (h) o n
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