Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

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ZUR PER1EGESE DER AKROPOLIS

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<07?\n7gSV7]V Zxl OLO\< TO?^ STTiOU?^ Svl?TX?QxL gE 7.7.00? XV.
Denn dass dies die Haltung der grossen Statue nicht war,
steht nach den Münzen fest; ebenso bekannt ist es heutzutage,
dass es der Typus der Polias ist, welchen die von Zosimos
genannten xyx7gxvx Wiedergaben (s. Millingen nnc.
mo?a. 1 S. 2. 0. Jahn & Mm. swm/. S. 12 ff.). So
zweifle ich denn auch, oh Wachsmutli (Stadt Athen 1, 542)
mit Recht in dem Epigramm des Apronian (xpy_. E<pv]g. 1873
no. 432) aus dem zweiten Jahrhundert nach Christo die Worte
c*r?jf7s 77xpx 7?pogxym LIxl^x^L KExpoTrr/]; auf die grosse eherne
Statue bezogen hat statt auf die Polias, neben deren Heilig-
thum schon hei Pausanias die Statuen besonders gehäuft er-
scheinen. Aber seihst wenn erstere gemeint sein sollte, so
fehlt es doch an jedem Anhalt, den Namen ^pogx^o;, der
mit Sicherheit nur durch das späte, Thörichtes mit Richtigem
mischende Scholion zu Demosth. 22, 13 für die Rronzestafue
bezeugt ist, als eine (( volksthümliche Eenennung ü bereits älte-
rer Zeit zuzuweisen.
Dagegen hat Wachsmutli gewis Recht, wenn erKirchhoffs
Beziehung eines Inschriftfragmentes (^C. 4. d^. 1, 333 vgl.
Monatsber. derRerl. Akad. 1869 S. 412 ff.) auf die Proma-
chos zurückweist. Seihst wenn das Bruchstück nicht östlich

haette beibehalten sollen (cliduc um steht auch an der ersten Stelle). Ist
eine Priesterin gemeint, so kann man die Worte fecit et cliducum als
einen Nachtrag ansehen , der vom Rande in den Text gesetzt und mitten unter
die Athenastatuen, statt etwa in die Gesellschaft der duo signa palliata,
gerathen ist. Ja ich halte es für sehr moegtich dass er hier die Erwaehnung
der Promachos verdraengt hat. Denn dass Piinius diese berühmte Statue ganz
übergangen haben sollte, ist alterdings um so unwahrscheinlicher, als nur
durch die Beziehung auf ein so grosses Standbild das folgende alterum co-
lossicon einen deutlichen Bezug erhaclt. Ich vermuthe also, Piinius schrieb:
fecit... ex aere... Minervam tarn eximiae pulchritudinis ut for-
mae cognomen acceperit, et colossiaeam, et aliam Mi-
nervam... item duo signa... palliata, et alterum colos-
sicon nudum. Die Worte colossieam und cliducum sind einander
handschriftlich achnlich genug, um den Ausfall des ersten durch die Nachbar-
schaft des zweiten zu erklaeren.
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