Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

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ZUR PERIEGESE DER AKROPOLIS

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von der Tripodenstrasse, also ziemlich weit von der Akro-
polis entfernt ausgegraben rcö/rä (/'une /bu///c, Rangabe mul.
He//. 11, 784''), sondern auf der Akropolis selbst gefunden
wäre und also zu einem ihrer Denkmäler gehört haben müste,
so würden die (Kirchhoff 1869 noch nicht bekannten) Masse
des Fragments jene Vermuthung widerlegen. Die Marmor-
platte, oben und unten vollständig, ist nur etwa 0.20 M.
hoch; das erhaltene Stück der Inschrift ist 0.41 M. lang,
woraus sich für die vollständige Inschrift eine einstige Länge
von etwa 1.10 M. ergibt; die Buchstaben selbst aber—- und
das ist die Hauptsache — sind, wie ein von Schöll mir
vorgelegter Abklatsch vollends augenscheinlich macht, ganz
winzig, nur 0.013 M. hoch, und daher in einiger Höhe
nicht mehr leserlich. Mir scheint es unzweifelhaft, dass die
Inschrift zu irgend einem kleineren, auf Anlass der mara-
thonischen Schlacht gewidmeten Kunstwerk gehört hat; dass
wir nur von der Widmung der Promachos aus solchem Anlass
hören, ist doch kein Grund dagegen.
Auch darüber theile ich ganz Wachsmuths Zweifel, oh
Pausanias 1, 28, 2. 9, 4, 1 und Aristides 46 p. 357 C. mit
Recht die Marathonsschlacht als Anlass zur Errichtung der
Promachos angeben. Den oben bereits charakterisierten
Scholiasten zu Demosthenes 22, 13 sollte man hierfür als
Zeugen nicht anführen, wenigstens nicht ohne durch die
Hinzufügung der folgenden Worte die Zuverlässigkeit des
Zeugnisses ins rechte Licht zu stellen : 3suvspov 3s x7?o x,x*Xxou
povou, o*sp snror/)CKV vLx^cxvvs^ [ot] sv MxpxO&viG sxx7.svro 3s
TOUTO TTpOgX^Ot) 'A97)VX$. TOLTOV S770r^?XVT0 SX XpUCOU xxl s^s-
<pxviro$ (3; -nAoucnüTS^ Ysvopsvcn xx;o sv 2xlxg?vt vtx7]<;,
OCü) xxl gSL^MV vtxv] ( ! )* XXL SXx'XsvTO TOUTO TrxpOsvou
'A07]vx;. Wie unwillkürlich attische Kunstwerke, welche auf
Anlass der Perserkriege überhaupt errichtet waren, auf den
speciell attischen Sieg hei Marathon bezogen wurden, haben
K. 0. Müller ^& PA/J/ue tu/a S. 18 ff.) und Erunn (Gesch.
der griech. Künstler I, 162 ff.) gut nachgewiesen. Das wirk-
lich gelehrte Scholion zu Aristides p. 320 Ddf. sagt denn
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