Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

Seite: 96
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ZUR PER1EGESE DER AKROPOLIS

riten mit der Löwin des Amphikrates durch die Bemerkungen
über Sokrates Weisheit und Hippias Berechtigung zu den
sieben Weisen gerechnet zu werden (1, 22., 8. 23, 1).
Ebenso wenig wird jene Annahme durch den einzigen
sicheren Anhalt gestützt, den wir für die Lokalisierung der
genannten Werke haben, durch den noch deutlich erkenn-
baren Standort des Bronzekolosses zwischen Erechtheion und
Propyläen, genauer grade in der Mitte zwischen den letzteren
und dem Westrande des südlichen Peribolos des Erechtheion.
Ungefähr in jener Gegend müssen wir nach dem Gange von
Pausanias Beschreibung die besprochenen Kunstwerke zu lin-
den erwarten, und die etwa 30 Meter zwischen der K Proma-
chos )) und den Propyläen würden völlig ausreichen für den
Wagen und die beiden Statuen. Man hat zwar alle drei Werke
in die Osthalle der Propyläen versetzen wollen (P. Weiz-
säcker arch. Zeit. 1874 S. 110 f. 1875 S. 46 f.). Allein dem
widersprechen zunächst die für den Wagen nothwendig anzu-
nehmenden Masse. Das von der Basis noch erhaltene Fragment
(Kirchhoff Monatsber. d. Berl. Akad. 1869 S. 409 14. C. 7. AtL
1, 334), dessen Buchstaben die stattliche Höhe von 0.025 M.
haben, misst, wie sich durch eine Berechnung nach dem Fac-
simile im Monatsbericht ergibt, auf zehn Buchstaben 0.33 M.
Länge. Da aber die zweite Zeile 70 Buchstaben enthielt, so
bekommen wir eine Länge der gesammten Inschrift von etwa
2.30 M., was für die Inschriftseite der Basis auf etwa 2 ^ —
3 M. Länge führt. Je nachdem die Inschrift auf der Schmal-
seite oder auf der Langseite der Basis angebracht war, muss
die andre Dimension entsprechend länger oder kürzer ange-

auch die Erwaehnung eines einzelnen Biides anzuschliessen, wo dersetbe
Meister in seinem Stoffe nicht von Homer abgewichen sei, das hat nur dann
einen Sinn, wenn dies Bild —und damit denn nothwendig auch das vorherge-
hende — sich in den Propyiaeen befand. Sonst haette Pausanias ja auch die
potygnotischen Gemaetde in der delphischen Lesche, in der Stoa Poikite, in
Plataeae u. s. w. nennen müssen. Die künstlichere Art der Anknüpfung gibt
eben einen recht deutlichen Beleg für das im Text hervorgehobene Bestreben
des Pausanias.
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