Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

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ZUR PER1EGESE DER AKROPOLIS

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wenn Schubarts Ansicht (Jahrb. f. Philol. 1863 S. 304 f.
1868 S. 158 f.) sicher stünde, wonach derAnTpetpotu; yx7.xoo;
X\<3pnx^ O^TO?^ ßs^WgSVO^ (vgl. E^XOVX TOO AtXTOS(pOU$ OT^
ÖL?To?^ s6s6^7i-ro) nicht eine Statue des von Pfeilen getroffenen
Diitrephes, sondern eine von Pfeilen getroffene Statue des
Mannes wäre und Pausanias Verwunderung sich also nicht
auf die Todesart des Diitrephes, sondern darauf bezogen, wie
eine Statue auf der athenischen Burg von Pfeilschüssen beschä-
digt sein könne. In diesem Falle müste natürlich die Statue
im Freien, also ausserhalb der Osthalle gestanden haben.
Allein die Sache ist doch nicht so unzweifelhaft, wie es auf
den ersten Blick scheinen möchte. Schubart selbst hat (Philol.
XXIV, 578 f.) einige Beispiele für einen bei Pausanias aus-
serordentlich verbreiteten Sprachgebrauch beigebracht, wel-
cher die bildliche Darstellung und die dargestellte Person ge-
wissermassen zusammenlliessen lässt und dadurch eine gram-
matische Incongruenz des Attributs mit seinem Namen verur-
sacht. z. B. 9, 16, 2 Ei^v7]i; TO xyx7gx ülooTov syouTxv. 9,
22, 1 xyxTp.X 'EpgOU tpspOVTX XpLOV S7TL T&V (ögMV. 7, 26, 6 TOO
Qsoo To ^oxvov, yupvo$, psysf^ gsyx^. Diese Vermischung,
durch das Vorwalten der Person über die äussere Form der
Darstellung oder Erscheinung veranlasst, ist jeder naiven
Sprache eigen, vgl. z. B. Homer 7 90 Ov^xtoo Ts'.ps-
CUXO, ypucsov TX7]TTpOV E/MV. 84 g'/]Tp6$, A'JToVjXO'J 6uyXT7)p.
Herod. 2, 46 nxvo$ TMyx7gx-Tpxyo?xs*Xsx. Ebendahin gehören
Redeweisen wie Paus. 8, 32, 5 xyxlgx 'ATo)Aowoq so OpovM
xxO^Txs. 7, 18, 10 To pso cy/jax Too xyx7gxTO!; QTipsooocx
(nämlich die Artemis) s?T^, eXs^pxoTo^ 3s xxt yyjcoo 77STor/]Tx^
(nämlich To xyxlgx). Dieselbe Vermischung von Dargestell-
tem und Darstellung liegt meines Erachtens auch in den
Worten über die Statue des Diitrephes vor, nur dass sie hier
minder kenntlich ist, weil xv3pnc<; mit AnTps<p-/)(; gleichen Ge-
schlechts ist. Was sich künstlerisch gegen die Darstellung
eines von Pfeilen getroffenen Helden einwenden Hesse, ist
mir unerßndlich; man denke z. B. an die Eckliguren des
Westgiebels vom Tempel zu Aegina. Nur darf man nicht in
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