Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

Seite: 107
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Untersuchungen
über die antiken Wasserleitungen Athens.
(Hierzu Tafel VI-IX.)

FoncorC Die grossen Schwierigkeiten, welche hei der Un-
tersuchung der alten Wasserleitungen entgegentreten, machen
dieselbe zu einer kostspieligen und zeitraubenden Unter-
nehmung. Selten ist hier ohne Ausgrabungen beizukommen.
Die auf der Erde hingeführten Canäle sind auf vielen Strecken
so zerstört^, dass man sich nur mit Hülfe des Nivellirinstru-
mentes der noch erhaltenen Fundamentspuren vergewissern
kann. Die unterirdischen Canäle sind oft so verschlammt,
dass sie schon in Folge davon kein Wasser mehr führen, und
der ausgetrocknete Schlamm hat bisweilen eine solche Festig-
keit erhalten, dass er sich kaum vom gewachsenen Felsen
unterscheiden lässt. Hier können nur grössere Ausgrabungs-
arbeiten zum Ziele führen. Bei den noch Wasser führenden
unterirdischen Canälen liegt die Schwierigkeit der Auffin-
dung und Untersuchung häufig darin, dass das Wasser
wegen der bedeutenden Verschlammung oder gänzlichen
Verstopfung anstaut und in die Luftschächte tritt, die sich
dann von einem gewöhnlichen Brunnen nicht mehr unter-
scheiden. Nur mit einer kräftig wirkenden Pumpe, die von
einer Lokomobile getrieben wird, und durch gleichzeitige
Ausgrabungsarbeiten lässt sich hier eine befriedigende Unter-
suchung vornehmen. — Manche Funde hat der Zufall ge-
bracht; oft stiess ich bei den Fundamentirungsarbeiten mei-
ner Bauten auf unterirdische Canäle; auch wussten mir bis-
weilen die hierbei beschäftigten Handwerker noch Canäle in
anderen Häusern zu nennen. — Die brauchbarsten Mitthei-
lungen über einige Wasserleitungen habe ich aber vom Di-
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