Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

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WASSERLEITUNGEN ATHENS

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Brunnen mit der Wasserleitung im Hofgarten in Verbindung
stehe; es wäre möglich, dass die Enneakrunos auf diesem
Wege noch mehr Zufluss erhalten hätte. Doch lässt sich darüber
ohne kostspielige Untersuchungen nichts ausmachen. Der
links von der Felswand der Kallirrhoe in den Felsen gehauene
offene Canal, welcher vom Jupitertempel herkommt, steht
mit der Kallirrhoe in keiner Beziehung. Ich habe daselbst
nachgegraben und bald das Ende gefunden.
Gehen wir noch weiter im Flussbette des Ilissos aufwärts
und vor dem Stadium vorüber, so stossen wir zur linken
Hand auf eine durch einen schmalen Eingang zugängliche
Felsenkammer von 2,50 Breite 3,80 Länge und 1,70 Meter
Höhe. In die Bückwand mündet ein von Norden kommender
in den Felsen getriebener Canal von 0,65 Breite und 1,35
Metern Höhe. Vor Jahren diente die lAammer als Schweine-
stall, und man erzählte mir, dass die Thiere im Canale her-
umliefen und oft den andern Tag erst zurückkehrten. Wir
haben es liier allem Anscheine nach mit einem, kleinen Was-
serwerke zu thun, doch müsste, um Genaueres feststellen zu
können, eine Ausgrabung angestellt werden.
Noch etwa hundert Schritte im Flussbette aufwärts findet
sich auf derselben Seite ein von Norden kommender Canal
von 0,70 Breite; die Höhe habe ich nicht feststellen können,
da ich keine Ausgrabung vornahm; im verschütteten Zu-
stande beträgt dieselbe 1,00 Meter. Sechs Meter vom Ufer
entfernt befindet sich der erste Luftschacht von quadratischem
Querschnitte und 1,50 Weite. Ohne nähere Untersuchungen
lässt sich nicht bestimmen, ob wir es hier mit einer Wasser-
leitung oder einem Abzugscanale zu thun haben. —
Oberhalb der Brücke am Risarion und zwar auf der rechten
Seite finden sich in die steile Felswand des Ufers Stollen von
1,00 Höhe und 0,40 Meter Breite eingetriehen, welche mit
einander keine Verbindung haben und den Zweck der An-
lage nicht erkennen lassen. Man könnte versucht sein dieselben
als Uebungsarbeiten angehender Bergleute zu deuten. Die
Verschlammung und Versinterung dieser Stollen ist so fest
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