Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

Seite: 115
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WASSERLEITUNGEN ATHENS 115
südlich am Boulevard hin zieht, denselben endlich kreuzt
und die Richtung nach dem Theater des Dionysos nimmt.
Auf dem Boulevard fand sie der Director des königl. Hof-
gartens Herr Schmidt, als er im Aufträge der Königin
Amalie den Weg nach der Burg anlegte und das Odeon aus-
grub. — Hinter dem Scenengebäude des Dionysostheaters
kommt der Canal wieder zum Vorschein. Er ist hier von
Mauerwerk ausgeführt und mit Ziegeln überwölbt nach dem
System wie es Taf. VHI 11 und 28 zeigen, was annehmen
lässt., dass diese Strecke bei Errichtung oder Yergrösserung
des Bühnenraums einen Umbau erfuhr, welcher auf ein hö-
heres Alter der Wasserleitung schliessen lässt. Von der oben
erwähnten Felswand bis hier her steigt der Canal um 1,50
Meter. Weiter nach dem Quellengebiete hin ist der Canal
noch nicht aufgefunden worden, doch hat es einige Wahr-
scheinlichkeit, dass er vom königl. Hofgarten her kommt,
weil er nur auf dieser sattelförmig erhöhten Stelle passiren
kann, ohne dabei an die Oberfläche zu treten. Ferner erlau-
ben einen solchen Zusammenhang auch die Niveauverhält-
nisse beider Leitungen. Da nun diese eben beschriebene Was-
serleitung für die alte Felsenstadt bestimmt zu sein scheint,
und sich daselbst ähnliche Felsarbeiten vorhnden, so dürften
wir wohl nicht irre gehen, wenn wir dieselbe für eine der
ältesten halten.
ln den Jahren 1853-
1854 nahm der Director des königl. Hofgartens eine Repara-
tur dieser Wasserleitung vor, und verfolgte sie bis in die
Nähe der wahrscheinlichen Quelle am Ostabhang der Akro-
polis , auf welcher Strecke er viele Spuren einer antiken An-
lage vorfand. Von der Quelle aus hat die Wasserleitung eine
nördliche Richtung, geht unter den Häusern hinweg bis nach
der Hadriansstrasse und wendet sich hier westlich der
Strasse folgend über den Bazar hinab nach dem h. Philippos,
auf welcher letzteren Strecke das Wasser seit der Reparatur
in Röhren geleitet wird, die es der Cisterne des Gartens auf
der Nordseite des sog. Theseus-Tempels zuführen.
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