Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

Seite: 119
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WASSEHLEtTUNGEN ATHENS

H9

überwölbte Cloake, ein Vorgang welcher sehr natürlich und
begreiflich ist.
Auf der nächsten Strecke ist vom Gewölbe nichts mehr zu
sehen, nur ganz nahe an der Kirche der h. Triada, bis zu
welcher die Cloake in ihrer grössten Breite von 4,20 Metern
zu verfolgen ist, kommt noch ein Ziegelgewölbe vor, wie es
Taf. VIII 33 zeigt. Die Endstrecke vom Thorabschluss ab
bildet gleichsam ein Sammelhaus, an dessen beiden Lang-
seiten kleine gemauerte viereckige oder auch cylinderförmige
Ziegelcanäle sich anschliessen, welche den Inhalt der Cloake
unterirdisch weiter führen und auf der abwärts gelegenen
Ebene und nach dem Olivenwalde zu vertheilen scheinen.
Wir haben es also hier mit einem vollständigen Ueberriese-
lungssystem zu thun. Dieses System ist sonach keine Er-
rungenschaft der Neuzeit.
Den rechts und links abgehenden Canälen konnte durch
parallel zu den Langseiten des Hauptcanales gelegte Abfang-
mauern auch dann noch Jauche zugeführt werden, wenn der
Wasserstand ein ganz niedriger geworden war. Schützenvor-
richtungen scheinen hier durchgehens angebracht gewesen
zu sein ; wenigstens ist eine solche an einem kleinen viereckigen
Canale der linken Seite noch deutlich zu erkennen. Diese in-
teressante Einrichtung lässt vermuthen, dass die hieranstau-
ende Jauche im Alterthum an die Besitzer der tieferliegenden
Ländereien der Ebene verpachtet wurde.
Von den vielen sich hier abzweigenden Canälen, welche
nur diesem Zwecke dienen konnten, ist der auf Taf. Vlll 34
dargestellte, 0,67 Meter im Durchmesser haltende der
grösste. Er ist von gebranntem Thon ausgeführt, und so her-
gestellt, dass immer 2 fein auf einander gefügte und mit 6
Bleiklammern verbundene Rundziegeln einen Cylinderring
bilden. Die Ringe sind wiederum so gut an einander gefügt,
dass auch ohne weiteres Bindemittel (denn ein solches ist
hier nicht vorhanden) die auf diese Art construirte und in
die Erde gebettete Röhre für den gegebenen Fall genügend
dicht war.
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