Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

Seite: 120
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D/c lVu.s^cr/c?bo77/ der A<tAc7L Ibne von Nord-Ost
herkommende unterirdische alte Wasserleitung versorgt das
moderne Athen mit gutem Trinkwasser. Dieselbe ist aber im
Laufe der Jahrhunderte in einen so schlechten Zustand gekom-
men^, dass das durch sie zugeführte Wasserquantum der
schnell aufblühenden Haupt-und Residenzstadt nicht mehr
genügen wollte, weshalb man bereits in den Jahren 1847
die erste und 1855 die zweite Reinigung der Leitung vornahm,
welch' letztere sich bis nach dem Dorfe Chalandri hinauf
erstreckte.
Von dem Quellengebiete bis nach Ambelokipos herab ist
der Lauf der Wasserleitung niemals verändert worden, von
hier abwärts dagegen sind zu verschiedenen Zeiten Aenderun-
gen vorgenommen worden. Von Ambelokipos aus wurde das
5Vasser in einem viereckigen gemauerten und mit unregel-
mässigen Platten überdeckten Canale der Kephissiastrasse ent-
lang nach der Stadt geführt und auf türkische Weise vertheilt.
Im Jahre 1861 veranlasste die Königin Amalie die Aus-
grabung der Strecke von Ambelokipos nach dem Hadria-
nischen Reservoir am Südabhange des Lykahettos, dieselbe
wurde aber damals nicht beendet und erst 8 Jahre später unter
der Aegide des Demarchen Herrn Kyriakos bis an das genannte
Reservoir geführt. — Von hier aus wurde in der Hadrianischen
Zeit das Wasser in bleirühren nach der tiefergelegenen Stadt
geleitet. Ein noch an Ort und Stelle gefundenes 0,18 weites
und 0,03 Meter in der Wandung starkes Rleirohr, welches
gegenwärtig in der Demarchie aufbewahrt wird, giebt davon
Zeugniss.
Diese antike Strecke der Leitung, welche mit Ziegeln ge-
mauert und mit einem Tonnengewölbe überspannt war, wurde
unter Kyriakos und der speziellen Aufsicht des Stadtarchi-
tekten, Herrn Jenisarlis, wieder in den früheren Zustand ver-
setzt, der Wasserbehälter von neuem überwölbt und von hier
aus das Wasser nach dem modernen Systeme in gusseisernen
Röhren in der Stadt vertheilt.
Als die Einwohnerzahl Athens bereits auf 55,000 gestiegen
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