Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

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WASSERLEITUNGEN ATHENS

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war, machte sich der Wassermangel von neuem geltend.,
weshalb eine weitere Reinigung der Wasserleitung von dem
Dorfe Chalandri nach dem Quellengebiete wünschenswerth er-
schien. Zuvor haute man aber einen Nebencanal;, welcher das
Wasser von einem der Ausläufer des Pentelikon bringt und
oberhalb Chalandri in den Hauptcanal führt. Auf mehren Stel-
len fand man Spuren einer bereits im Alterthume gemachten
Anlage eines solchen Zweigcanals.
Die vollständige Reinigung der Wasserleitung von Chalandri
aufwärts bis zum Quellengebiete, welche in diesem Jahre von
den zuständigen Behörden beschlossen wurde , ist seit mehre-
ren Monaten im Gange. Wie bei Ambelokipos so sind auch
auf dieser Strecke die Luftschachte in Entfernungen von 33,00
bis 37.,00 Metern angebracht, doch macht ihre Auffindung
zuweilen Schwierigkeiten. Entweder sind sie verschüttet, oder
vom Alterthume her noch überdeckt und jetzt so der Erde
gleich gemacht, dass sich ihre Stelle kaum ahnen lässt. Oft
findet man die Stelle dadurch, dass man da nachgräbt, wo
sich Krusten vorfinden, die durch Versinterung des Canals
in Folge des Kalkniederschlages des Wassers entstanden und
bei der Reinigung des Canals in alter Zeit herausbefördert
und rings um den Luftschacht geworfen worden sind.
Von Ambelokipos her ist die Leitung und sind auch die Luft-
schachte meist in den Felsen gehauen. Letztere haben einen
Durchmesser von 1,20 bis 1,50 und sind 0-15 Meter tief. Der
Canal hat eine Breite von 0,70 und eine Höhe von 1,60Metern,
und ist, um ihn wasserdicht zu machen, mit Stuck geputzt.
Auf Stellen, wo der Felsen klüftig ist, oder die betreffende
Strecke der Wasserleitung nicht durch Felsen geht, ist die
letztere gemauert und mit Ziegeln überwölbt. Von Chalandri
aufwärts ist überhaupt mehr von Ziegeln ausgeführt, als von
Chalandri abwärts, wo auch die Luftschachtaufmauerung
auf dem gewachsenen Felsen von Bruchsteinmauerwerk
hergestellt worden ist. Taf. VD1 2, 3 und 4 ist dieser Fall der
Bruchstein-oder Ziegelaufmauerung dargestellt, welche dazu
dient die auf dem Felsen lagernde Erde zu stützen. Nach dem
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