Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

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WASSERLEITUNGEN ATHENS

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keitcn verbunden ist. Eine dieser Leitungen versorgt seit ihrer
vor einigen Jahren erfolgten Auffindung Menidi reichlich mit
Wasser; seit dieser Zeit macht auch der Olivenanbau daselbst
grosse Fortschritte.—
Zwischen dem Sina'schen Landgute (Pyrgos) und dem
Dorfe Liosi fliesst ein kleiner Bach ihn, der zur Sommerszeit
kein Wasser hat. Unter demselben zieht sich ein mit Ziegeln
überwölbter Canal hin, welcher an einer Stelle sichtbar ist;
er scheint von Liosi (hinter Kamatero) herzukommen, welches
in einer sumpfigen Niederung liegt. —
Bei Tieferlegung des Weges, welcher von der Kallirrhoe-
brücke nach dem Kirchhofe führte hat man drei kleine Was-
serleitungen durchschnitten, deren Querschnitte auf Taf. V!U
29. 30 und 31 dargestellt sind. Obgleich alle drei von Zie-
geln ausgeführt sind, so ist doch hei einer jeden ein anderes
Constructionssystem angewendet worden; sie sind ganz ver-
schüttet und haben natürlich kein Wasser mehr. —
Vor einigen Tagen ist man hei einem kleinen Baue seit-
wärts vom Hause des Herrn Kuppa auf eine unterirdische in
den Felsen gehauene Wasserleitung gekommen (s. Taf. VI),
welche von Südost herkommt und also wohl den antiken
Schacht berühren wird, den ich heim Bau des Hauses des
Herrn Psycha fand, sowie das Grundstück des Herrn Singros,
welches beim Ausheben der Fundamente viel Wasser zeigte.
Die Leitung geht anscheinend in der Richtung auf das Finanz-
ministerium zu, und könnte somit identisch sein mit der
Wasserleitung des Herrn Vuros.
Sc/üuss. Wenn wir zum Schlüsse das bis jetzt vorliegende
Material in seiner Gesammtheit betrachten und die Frage
aufwerfen, oh die Erbauungszeit der einzelnen Wasserleitun-
gen nach ihrem Constructionssysteme bestimmt werden kön-
ne, so werden wir vorläufig diese Frage in den meisten Fäl-
len verneinen müssen. Wie aus der gegebenen Beschreibung
der Leitungen hervorgeht, sind häufig an einem und dem-
selben Werke — abgesehen von späteren Aushesserungsarbei-
ten — ganz verschiedene Bausysteme in Anwendung gekom-
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