Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

Seite: 155
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Ueber die Ausgrabungen in Olympia.

Mit dem Aufhören der olympischen Spiele und der Weg-
führung von Phidias' Zeusstatue, den letzten Ereignissen in
Olympia, von denen eine sichere Ueberlieferung vorhanden
ist, kann die Altis nicht sofort verödet sein. Der Zeustempel.,
welcher keine Spur davon zeigt, dass er je als christliche Kir-
che gedient hätte, stand noch ganz oder wenn bereits mit der
Zerstörung begonnen war *, konnte dieselbe erst geringe
Fortschritte gemacht haben, als man in frühbyzantinischer
Zeit ihn als Bollwerk hereinzog in ein zur Vertheidigung an-
gelegtes Mauerviereck, dessen Nord westecke er bildete, und
das sich von ihm aus ostwärts und südwärts ausbreitete in der
Verlängerung seiner nördlichen Langseite und westlichen
Schmalseite. Die Ostmauer dieser Anlage läuft der Tempel-
front parallel in einem Abstand von 33,00 A Diese Festungs-
mauer etwa 3,00 breit entspricht im Wesentlichen Bauten
wie der sog. Valerianischen Mauer in Athen; nicht ohne Ge-
schick ist sie aus den verschiedenartigsten antiken Werk-

* Auf die im Schol. zu Lucian. praec. rhet. 9 enthattene Notiz einer Ver-
brennung des Zeustempeis, die unter Theodosius !! stattgefunden habe (Herz-
berg Gesch. Griechen), tu 428) konnte man mit Hirschfehl (Ausgrab, von
Olympia 1 S. 12) die im südlichen Seitenschiffe der Ceiia reichlich gefundenen
Brandspuren beziehen. Von den Sculpturen zeigen nur vereinzelte Fragmente
des Ostgiebels, dass sie dem Feuer ausgesetzt waren.
2 Die von mir noch Arch. Zeit. 1876 S. 229 vertretene Ansicht, dass die by-
zantinische Ostmauer dem Lauf der Altismauer folgen koenne, ist nicht laenger
haltbar, nachdem auch oesttich jenseits der Mauer in situ belindliche Basen
zum Vorschein gekommen sind , welche den Linien der westlich der Mauer
liegenden entsprechen. Die Altismauer muss also weiter ostwaerts gesucht
werden.
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