Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

Seite: 156
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AUSGRABUNGEN

stücken ohne Unterschied des Materials auf'gethürmt mit einer
inneren und äusseren Verschalung, deren Zwischenräume
durch schwächere Blöcke, Basen, kleinere Säulentrommeln
und anderes Füllwerk eingenommen werden. Tempelmaterial
ist hierin noch nicht nachzuweisen, um so mehr müssen aber
die anderen Gebäude der Altis, Heiligthümer, Thesauren,
Stoen usw. geliefert haben. Diesem Mauerhau gleichzeitig
oder vielleicht schon vorangegangen , war die erste grosse
Katastrophe der Altis, der systematische Rauh der vorhande-
nen Metallschätze, die Vernichtung insbesondere der bronze-
nen Kunstwerke. Später folgte, aber erst nachdem der Zeus-
tempel schon ganz oder theilweise gestürzt war, eine zweite
Ansiedelung, welche ruhig sowohl über die Antike wie den
eben erwähnten byzantinischen Mauerbau hinweg, aus den
vorhandenen Trümmern sich eine Dorfanlage baute, die be-
sonders vor der Ostfront des Tempels sich ausbreitet, und
dabei die schon gestürzten Marmorsculpturen des Giebels,
wo man grade auf solche stiess, als Bausteine mit verwendet
hat. Auf den übrigen Seiten des Tempels sind vorläufig nur
ganz vereinzelte Spuren dieser Ansiedelung zu Tag gekommen.
Die Bevölkerung war eine christliche, daher die durchgängig
orientirten Gräber, in denen bisweilen kleine Bronzekreuze
gefunden werden, doch aber der Antike noch nahe stehend,
indem die Sitte den Todten neben einigen Schmucksachen
auch Thonkrügelchen (noch in antiker Form aber ohne Fir-
niss) mitzugeben noch bestand; wie denn auch das Niveau,
in dem diese Gräber liegen, indem es nicht über das antike
Altisniveau reicht, darauf führt, diese Niederlassung vom
Alterthum nur durch einen kurzen Zeitraum zu trennen. Ein
vor der Ostfront im vorigen Jahr gefundener Schatz von
Kupfermünzen, deren späteste Justinian 11 (668-685) ange-
hören, wird daher wohl das Zeitalter der Niederlassung be-
stimmen ; derselben Epoche gehört auch ein zweiter grösse-
rer Münzfund (mehre Tausend Kupfermünzen umfassend) an,
der auf der Krepis des Heraion zu Tage kam.
Vom Zeustempel, dessen Zusammensturz nicht auf ein
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