Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

Seite: 157
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VON OLYMPIA

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Mai erfolgt sein kann, sind sämmtliche Säulen nach aussen
gestürzt, am frühsten kamen dabei Süd- und Ostseite zu
Fall, wo Säule bei Säule liegt in der Reihenfolge, in der sie
einst gestanden. Im Norden sind dagegen Säulen wie Kapi-
telle dichter zurKrepis gefallen, und bereits auf eine Trüm-
merschicht, welche über die Höhe der 3. (untersten) Stufe hin-
ausreicht. Gleiches gilt von den auf der Westseite liegenden.
Den Grundriss des Tempels haben die Arbeiten des vorigen
Jahres in allem Wesentlichen festgestellt, für die innere Ein-
theilung des Gebäudes constatirt, dass 7 Säulen gegen den
Opisthodom mit Anten schliessend Haupt- und Nebenschilfe
trennten, das Zeusbild mithin freistand vor der Rückwand
(Adler Ausgrab, von Olympia IS. 18), nicht zwischen vorsprin-
genden Wänden, wie heim Parthenon, wogegen die zu den
Tribünen führenden Treppen zwischen der Pronaoswand und
der ersten Säule auf beiden Seiten des Cellaeingangs lagen.
An der Ostfront liegt vor dem mittleren Intercolumnium im
Niveau der mittleren Krepisstufe eine Platform, zu welcher je
4 Stufen als Zugang gedient haben die an der Nord-und Süd-
seite noch erhalten sind. Auf dieser Platform erhebt sich mit
1,00 Abstand von der Oberstufe der Krepis eine 0,18 hohe
Quaderschicht, welche südlich wie nördlich 1,15 Raum lässt
bis zu den Platformstufen. Hat hier einmal ein Altar gestan-
den und daran wird wohl kein Zweifel mehr sein, so diente
das noch Vorhandene als Basis *. Von der Höhe der 2. Krepis-
stufe führen dann im mittleren Intercolumnium 3 kleinere
Stufen auf die Höhe des Stylobats. Soweit liegt gutes Mauer-
werk vor. Später als man in römischer Zeit sich nicht mehr
scheute, den Raum unmittelbar vor der Ostfront in ihrer
nördlichen Hälfte mit Denkmälern zu besetzen, insbesondere
vor dem nördlichsten Intercolumnium ein solches aufzustellen,
von dem nur noch der 3,50 im Quadrat messende Backsteinkern

* Pausanias erwaebnt allerdings keinen vor dem Tempel befindlichen Altar,
allein grade die Stelle, wo er ihn nennen müsste, V 14, 4 ist iückenhaft.
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