Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

Seite: 160
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AUSGRABUNGEN

die ihdglypha, obwohl es nur an einem nicht zum Zeustempel
gehörigen kleineren Triglypli sich erhalten hat. Die Marmor-
sima zeigt ebenfalls, wo die Epidermis noch vorhanden ist,
in ihrer ganzen Höhe Anthemien von braun-rother Farbe, an
die sich im Kyma darüber ein Astragal anschliesst. Dazu
kamen dann noch die vergoldeten Bronzezierrrathe der Akro-
ter ien, unter der Nike des Pronaos das Gorgoneion der La-
kedämonier, und die auf die Metopenplatten aufgesetzten 21
runden Schilde des Mummius, welche nach den im Stuck
erhaltenen Spuren 1,00 Dm. hatten.
Den Tempel seihst hatte die französische Expedition noch
in wesentlich besserer Erhaltung vor sich. Von der seitdem
beträchtlich weiter vorgeschrittenen Zerstörung der Cella-
mauern abgesehen, sind im Pronaos die an der Nordseite
desselben damals noch vorhandenen Basen verschwunden, der
damals schon stark mitgenommene Mosaikhoden eingesun-
ken oder zerstört, so dass vom Triton nnr ein geringer Bruch-
theil noch erhalten ist. Von den auf dem Tempel befindlichen
Anathemen ist nur eine pfeilerartige Marmorbasis erhalten
gehliehen am Ostende des Pronaos mit der Künstlerinschrift
eines [Kx]7ksx; KxDuxleou;, vielleicht eines Nachkommen
des von Paus. VI 7, 1 erwähnten Megareers. Die untere und
mittlere Stufe der Krepis trägt besonders an den Schmalseiten
zahlreiche Bettungen für Stelen, die bis auf ganz geringe
Reste verschwunden sind.
Was die Tempelsculpturen betrifft, so können für die Met-
open die Funde jetzt als abgeschlossen gelten. Auf der Ost-
seite ist zu der stark fragmentirten südlichen Eckmetope
(01. I Taf. 2fP) mit dem Eber, und der vierten mit dem
Atlas (Taf. 26 Mittheil. ITaf. 11) die Figur der stehenden
Athena hinzugekommen, die Eckligur zu einer der beiden nur
in kleinen Fragmenten vorhandenen Metopen des Augias oder
wahrscheinlicher der fünften, bei Pausanias fehlenden, des
Kerberos; auch der zu den Westmetopen gehörige Torso des
Iolaos war Eckfigur. Was die Auffindung der Giebelgruppen
anlangt, so lagen an der Westseite die bis jetzt vorhandenen
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