Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

Seite: 162
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AUSGRABUNGEN

überlieferten Zahl; absolut sicher ist damit allerdings noch
nicht., dass die Gruppe vollständig ist; doch aber im hohen
Grad wahrscheinlich. Auf eine nähere Besprechung der Giebel-
gruppen einzugehen, wäre verfrüht, bevor das zweite Heft der
Publication vorliegt.
Ungeachtet der späten Häuserbauten ist der alte Zustand
der Altis relativ noch am besten gewahrt geblieben vor der
Ostfront des Zeustempels U Die Basen und Basenfundamente
für Bildsäulen von Siegern und Andern sind hier etwa 30,00
von der Flucht des Tempels im Süden mit 2, im Norden
mit 3 Beihen als Strasse erhalten geblieben; die kleineren
pfeilerartig aufrecht stehenden Bathra meist umgestürzt, so
aber dass ihr Fundort die Zugehörigkeit zu diesen Reihen
nicht verleugnet. Das Material wechselt: weisser Marmor,
dichter grauweisser Kalk, grauschwarzer Marmor, dunkel-
rother Sandstein. Was die Formen betrifft, so ist spärlich ver-
treten die alterthümliche Weise, wo auf eine einfache aber
dicke Marmorplinthe sofort das Bildwerk gestellt war, in
Folge der niedrigen Aufstellung aber die Inschrift nicht auf
eine der vertical stehenden, sondern die oben liegende Fläche
geschrieben wird, wie dies bei der Statue des Kailias (32,00
östl. von derN-O-Ecke) und dem daneben befindlichen Stier
derEretrierder Fall war 2. Häufiger ist schon in der älteren
Zeit eine zweifache Marmorplinthe, wobei die obere der Form
der unteren genau entsprechend aber von kleineren Dimen-
sionen durch einen Falz in die untere eingelassen wird, eine
Form die für Einzelstatuen sowohl wie für grössere Gruppen
angewandt wurde, und dort zu quadratischen, hier zu oblon-
gen Bathren führt. Aus allem Sonstigen heraus fällt der Un-

* Einen Sitnationspian des Arbeitsfeldes jedoch nur bis zum Anfang Febrnar
dieses Jahrs gibt Adier auf dem für das diesmalige Schinkelfest bestimmten
Biatte.
2 Dasselbe findet statt bei einer Meinen fast quadratischen Basispfatte, wel-
che nach der byzantinischen Kirche verschiepptwar. Anafogieen geben z. B.die
Inschrift des Habaion von Aegina (C. I. 2138 Hirschfeld Hermes V 469) und aus
spaeterer Zeit die von Ross Inselr. III 36 beschriebenen Grabsteine von Kasos.
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