Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

Seite: 175
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DER AKROPOLIS IN ATHEN

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Der Tempel der Aphrodite lag- ebenso wie der Tempel der
Themis bei dem Denkmal des Hippolytos. Dies folgt aus dem
Zusatz e<p' , welcher dem Namen der Göttin in den
älteren Quellen beigefügt ist (Eur. Hipp. 32; Cor/iMS mscr. A^.
1 212). Alan hat zwar neuerdings die 'A<ppo^T7] von
der 'A. s<p' T-rrTroVui-m unterscheiden und zwei Heiligthümer
annehmen wollen; ich kann indess darin einen Fortschritt
der Forschung nicht erblicken. Der Beiname scheint
vulgair und in den sacralen und ofticiellen Gebrauch nicht
aufgenommen gewesen zu sein. An die Verbindung des Tem-
pels mit dem Hippolyteion knüpft die Ueberlieferung an,
wonach der Tempel eine Stiftung der Phädra war angelegt
an einer Stelle von welcher aus man den Blick frei hatte nach
dem trözenischen Lande (Euripides a. a. 0.). Der Beiname
üixvfGigcK; hat zu verschiedenen Traditionen Veranlassung ge-
geben. Nach einigen, denen sich Pausanias angeschlossen
hat, bezog sich dieser Beiname auf die Vereinigung des atti-
schen Volkes durch Theseus, war folglich der Tempel eine
Stiftung des Theseus. Anders hatte Apollodor den Beinamen
motivirt: in alten Zeiten habe die !xyop& der Stadt in der
Nähe des Tempels gelegen, auf welcher sich damals das
Volk (7TXVTXT0V (h?jgov) versammelt habe (cov^YscQ^; Har-
pokr. u. TtxvV/igo; 'AppoRtTTi) L Eine dritte Auffassung endlich

xpct-rou; Kn<ptotsu$ in dem Jahre vor dem Archontat des Aristaeos Priester des
Asklepios war. Das Archontat des Aristaeos faellt in das J. 6% v. Ch. (vgt.
Dumont Fastes eponymiques p. 15; Corpus inscr. Att. IU 1015), die tnschrift
somit, wenn, wte wahrscheiniich ist, Sokrates die Reparaturen am Asklepieion
ats Priester hatte austühren lassen, in das J. 6^ v. Ch. ln einem Rathsbe-
schiuss, welchen ich nach dem Schriftcharakter der 2ten Haetfte des ersten
Jahrhunderts v. Ch. zugewiesen habe, wird ein Eoxpokm Saixpiiou
ais Prytane genannt (Corp. inscr. Att. H 487 ); dieser Prytane scheint der Sohn
des einstigen Asktepiospriesters gewesen zu sein.
* Wie ich im Texte angedeutet habe, kann ich der Erwaehnung einer vorhisto-
rischen Agora am Südfusse der Burg bei Apoiiodorden Werth einer authentischen
Ucberiieferung nicht beimessen. Wenn eine derartige Nachricht in einer Quelle des
zweiten Jahrhunderts zum ersten Mal auftaucht, so ist dies an sich schon sehr
bedenktich; noch bedenkiicher aber wird die Sache wenn es sich dabei um die
Erkiaerung eines Cuttnamens handelt. Thukydides kann von der Existenz einer
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