Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen   [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 2.1877

Seite: 177
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DER AKROPOLIS IN ATHEN

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thum der Aphrodite und Themis CA^po^TTK tspov xxt
^o;) lag. Wenn der Asklepiosdienst von Epidauros nach
Athen verpflanzt worden ist, wenn an beiden Cultstätten sich
bei dem Tempel des Gottes Cultlokale der Aphrodite und The-
mis und Denkmäler des Hippolyt vorfanden, so scheint der
Schluss gerechtfertigt zu sein, dass diese Stiftungen mit dem
Dienst des Asklepios von Epidauros nach Athen übertragen
worden seien und hier in der unmittelbaren Nähe des heili-
gen Bezirkes jenes Gottes gelegen haben, von welchem sie
Pausanias trennt.
Demeter Chloe und Ge Kurotrophos pflegt man sich im
Gülte eng verbunden, das gemeinsame Heiligthum unansehn-
lich , als eine Kapelle oder auch nur einen Altar mit den beiden
Bildern zu denken. Die inschriftliche Ueberlieferung führt je-
doch zu andern Ergebnissen, ln einem Yerzeiehniss von Prie-
stern und Priesterinnen ist die Priesterin der Demeter Chloe
aufgeführt ^Co7y)MS n?scr. A^. H 631). Damit ist zu verglei-
chen ein fragmentirt erhaltener Rathsbeschluss, der zu Ehren
einer Priesterin gefasst war ^Coygu/s mscr. A/C H 375). Am
Schlüsse dieses Decretes, welches auf der Burg aufbewahrt
wird und gefunden sein soll, wird bestimmt, dass eine Aus-
fertigung auf Stein aufgestellt werden solle 7ux[px] i-ov
A^7.7]Tpo;. Soweit unsere Kenntniss der athenischen Cult-
stätten reicht, kann hier nur an den Tempel der Demeter
Chloe gedacht werden. Ein nach Pittakis früher in den tür-
kischen Aussenwerken des Burgeinganges verbaut gewiese-
ner Stein trägt folgende Aufschrift: 7?p&; <r/)xov BAxuTvn
xxt KoupoTpo^ou xvedgsv]-/) -g, ('E<p. xpy. 1830, genauer
Coyg). A^. Hl All). Bei diesem scheint ein jetzt
unter den Propyläen befindlicher Grenzstein aufgestellt ge-
wesen zu sein, auf weichem noch KoupoTpotpou inalterthüm-
lichen Schriftzügen zu lesen ist. Aus den angeführten in-
schriftlichen Zeugnissen erhellt, dass das tepov r-?j$ KoupoTpotpo'j
xxt A^g-/]vpot; X*X6'7K gesonderte Cultstätten der beiden Göttin-
nen, einen Tempel der Demeter und einen eingefridigten
Raum enthielt, welcher dem Dienste der Ge gewidmet war.
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